Geopolitische Lage dämpft Erwartungen der Schweizer ICT-Branche

28. September 2022 um 12:54
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Region Oblast in der Ukraine. Foto: Nick Tsybenko / Unsplash

Der Swico-Index zur Stimmung in der ICT-Branche ist erneut rückläufig. Die Anbieter glauben aber, dass sich die Auftragslage positiv entwickelt.

Im Juni war der "Swico ICT Index" um 10 Punkte auf den Gesamtwert von 114,5 Punkte zurückgegangen. Auch für das vierte Quartal 2022 meldet der Verband nun einen Rückgang, diesmal um 3,8 Punkte. "Alle Segmente der ICT-Branche verzeichnen eine Abnahme des Erwartungswertes, dieser ist gleichwohl deutlich über der Wachstumsgrenze", schreibt Swico. Die ICT-Branche schätze die Lage bezüglich Umsatzwachstum und der Entwicklung des Auftragseingangs positiv ein. Mit Blick auf die Bruttomarge würden die Teilnehmenden hingegen von einer negativen Entwicklung ausgehen.
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Entwicklung des ICT Index. Grafik: Swico
Einzig die Branche Consumer Electronics sei stärker getroffen: Mit einem Minus von 13,4 Punkten liegt der Wert neu bei 79,8 Punkten und damit unterhalb der Wachstumsgrenze. Auch die Branche Imaging/Printing/Finishing blicke weniger optimistisch in die Zukunft als noch im letzten Quartal: Der Prognosewert reduziert sich um 3,9 Punkte und bleibt mit 103,8 Punkten knapp über der Wachstumsgrenze.
Seinen Spitzenplatz eingebüsst hat das Segment Software: Mit einer Reduktion von 7,0 Punkten (auf 109,3) fällt das Segment auf den vierten Rang zurück. Zuoberst steht neu das Segment Consulting mit 112,2 Punkten (-2,5), gefolgt von IT-Services mit 110,5 Punkten (-2,6) und IT-Technology mit fast identischen 110,4 Punkten (-2,7) auf dem dritten Platz.
Auch im vierten Quartal 2022 trübe die geopolitische Lage die Stimmung der Schweizer ICT-Branche, heisst es zum Index. "Das Lieferantenmanagement fordert die Anbieter, Lieferengpässe und unsichere Lieferfristen sind zu bewältigen." Hinzu komme aktuell die Inflation, zusätzlich seien alle Segmente mit Preisschwankungen und Preisdruck konfrontiert. Dazu bleibe der Fachkräftemangel ein dominantes Thema, den Anbietern würden personelle Ressourcen fehlen.
"Wie erwartet treffen die aktuellen geopolitischen Krisen auch unsere Schweizer ICT-Branche. Die zentrale Herausforderung ist der Fachkräftemangel – der Erfolg der Schweizer Digitalbranche steht und fällt mit dem Pool an qualifizierten Arbeitskräften", kommentiert Swico-Geschäftsführerin Judith Bellaiche.

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