Geschäftszahlen: Meta zahlt weiter immense Summen für Metaverse-Vision

27. April 2023 um 14:27
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Foto: Anthony Quintano unter CC BY 2.0

Mark Zuckerbergs virtuelle Welt ist vom Hype um Sprachmodelle überrollt worden. Der Facebook-Gründer hält aber unverbrüchlich daran fest – und fährt Verluste ein.

Im vergangenen Jahr geriet der Facebook-Konzern Meta unter Druck: sinkende Erlöse, Milliarden-Kosten für Mark Zuckerbergs Traum vom Metaverse, Konkurrenz durch Tiktok. Doch nun steigt der Umsatz wieder und auch der hauseigene Tiktok-Nachbau trägt Früchte.
Im vergangenen Quartal gab es ein Umsatzplus von 3%, während Analysten einen Rückgang erwartet hatten. Auch für das laufende Vierteljahr rechnet Meta mit einem Plus. Mark Zuckerberg sieht in Künstlicher Intelligenz einen Wachstumstreiber. Zugleich verschlingt seine Zukunftsvision von virtuellen Welten weiter Milliarden - bleibt aber ein Nischengeschäft, das zuletzt schrumpfte.

Zuckerberg will nicht von seiner Vision abweichen

Mitten im Hype um den Chatbot ChatGPT kommt derzeit kein Tech-Unternehmen bei der Vorlage von Quartalszahlen ohne Erwähnung Künstlicher Intelligenz aus – Meta ist da keine Ausnahme. Mark Zuckerberg stellte dann auch Sprachmodelle in Metas Chatdiensten WhatsApp und Messenger sowie KI-Werkzeuge zum Erzeugen von Bildern bei Facebook und Instagram in Aussicht. Künstliche Intelligenz werde alle Apps und Dienste des Konzerns beeinflussen, so der Meta-CEO.
Zugleich betonte Zuckerberg, dass dies keine Abkehr von seiner Vision für das sogenannte Metaverse bedeute. Er hatte das Unternehmen 2021 darauf ausgerichtet – und den Konzernnamen von Facebook in Meta ändern lassen. Investoren zeigten sich besorgt über die hohen Ausgaben für die Metaverse-Entwicklung, während Zuckerberg sie als Investition in die Zukunft verteidigte.

4 Milliarden Verlust mit Labs für virtuelle Realität

Bei der Sparte Reality Labs, in der digitale Welten und Brillen für die virtuelle Realität entwickelt werden, stieg der operative Verlust auf knapp 4 Milliarden Dollar von 2,96 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Der Anstieg gehe hauptsächlich auf Personalkosten und Abfindungen für Entlassungen zurück, sagte Finanzchefin Susan Li. Für das laufende Jahr rechnet Meta weiterhin mit steigenden Verlusten bei den Reality Labs.
Dabei brachte die Sparte im vergangenen Quartal nur Erlöse von 339 Millionen Dollar ein. Auslöser für den deutlichen Rückgang im Vergleich zu den 695 Millionen Dollar Umsatz ein Jahr zuvor seien schlechtere Verkäufe der VR-Brille Quest 2 gewesen, sagte Li. Das App-Geschäft erlöste in dieser Zeit 28,3 Milliarden Dollar und brachte einen operativen Gewinn von 11,2 Milliarden Dollar ein.
Der Quartalsgewinn von Meta sank unterdessen um 24% auf 5,7 Milliarden Dollar (5,16 Mrd Euro), wie Meta nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Konzern leitete jüngst bereits die zweite Runde von Entlassungen nach einem deutlichen Job-Aufbau in der Pandemie ein. Im Mai sollen die Streichungen von insgesamt mehr als 20'000 Jobs abgeschlossen werden.

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