Google: KI überall, und zwar subito

8. März 2023 um 13:31
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Foto: Josh Hild / Unsplash

Panik in Mountain View? Laut einer internen Direktive soll generative KI schon in wenigen Monaten in alle wichtigen Google-Produkte integriert sein.

Bei Google fühlt man sich gegenwärtig im falschen Film, wie 'Bloomberg' aufgrund von Aussagen von Insidern berichtet. Der Internetriese hat in den zurückliegenden Jahren viel in die Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz gesteckt. Ein grosser Teil der grundlegenden Technologien, die in modernen generativen KIs wie beispielsweise auch ChatGPT stecken, wurde bei Google entwickelt. Zudem verwendet der Konzern intern schon seit Jahren erfolgreich viele KI-Systeme. Deshalb fühlte man sich der Konkurrenz um Jahre voraus.
Aber die Realität ist: ChatGPT, das Texterzeugungs- und Chatsystem, das gegenwärtig fast die ganze Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zieht, stammt nicht von Google, sondern von OpenAI. Und noch schlimmer aus der Sicht der Google-Verantwortlichen: Microsoft, einer der grössten Konkurrenten, hat OpenAI und damit ChatGPT fest im Griff. Die Redmonder sind daran, die KI-Technologien von OpenAI in fast alle ihrer grossen Produkte wie Office, Teams, Microsoft 365, Bing usw. zu integrieren. So können sie sich als der Vorreiter präsentieren, der als erster "generative KI für die Massen" anbieten kann.
Der Google CEO Sundar Pichai und seine Mitstreiter wollen dies offensichtlich nicht so stehen lassen. Der KI-Chatbot "Bard", der als Ergänzung zur Google-Suchmaschine ChatGPT konkurrenzieren soll, war nur der Anfang. 'Bloomberg' hat eine interne Direktive zu Gesicht erhalten, die besagt, dass alle wichtige Produkte schon in wenigen Monaten mit fortgeschrittenen generativen KI-Funktionen ausgestattet werden müssen. Diese Anordnung, so die Insider, überschatte gegenwärtig bei Google alle anderen Aufgaben.
Dafür betätige sich sogar Sundar Pichai höchstpersönlich als Produkt-Manager, der seine Meinung zu kleinen Details von Produktfeatures abgebe. Eine Aufgabe, die normalerweise "weit unter seiner Gehaltsstufe" liege. Auch die Gründer Larry Page und Sergey Brin seien involviert, und Brin habe sogar Code für Bard beigesteuert.
'Bloomberg' vergleicht die Situation mit 2011, als Google plötzlich Google+ in den Mittelpunkt aller seiner Anstrengungen stellte und das eigene soziale Netzwerk mit aller Macht zum Nachfolger von Facebook machen wollte. Dieser Vergleich wäre allerdings ein böses Omen für die jetzigen KI-Bemühungen: Google+ stellte sich bald als Megaflop heraus und war eine grosse Niederlage für den Konzern.

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