Google setzt Privatsphäre-Massnahmen um

15. Dezember 2023 um 12:45
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Dall-E / GPT-4

Der Konzern aktiviert einen Schutz vor Tracking und speichert den Standortverlauf nicht mehr online. Für Ersteres gibts auch Kritik.

Wer sein Smartphone mit installierter Google-Maps-App rumträgt, wird getrackt. Bislang speicherte der Konzern den sogenannten Standortverlauf der Nutzerinnen und Nutzer in der Cloud, was punkto Datenschutz durchaus problematisch ist.
Vor allem US-Behörden machten sich dies zunutze und zwangen Google jährlich über 10'000-mal dazu, Daten von Nutzerinnen und Nutzern herauszugeben, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort befanden.

Standortdaten nur noch lokal

Damit soll nun Schluss sein. Wie Google selbst ankündigt, werden Standortdaten nur noch lokal auf dem Smartphone gespeichert. Stattdessen bietet der Konzern seinen Usern eine optionale Backup-Funktion an, damit der Verlauf auf Wunsch dennoch in der Cloud gespeichert werden kann. Diese Backups sollen End-2-End-verschlüsselt gespeichert werden.
Während Google beim Zeitpunkt dieser Änderung vage bleibt und von der Umsetzung "in den kommenden Monaten" spricht, wird er bei einer zweiten Anpassung konkreter. Die mehrfach verschobene "Privacy Sandbox" soll am 4. Januar 2024 für zunächst 1% aller Chrome-Nutzerinnen und -Nutzer starten – das entspricht rund 30 Millionen Menschen.

Abschaffung Third-Party-Cookies im 2024

Bei der Privacy Sandbox gehts um nichts Geringeres als um die Abschaffung von Third-Party-Cookies – ein Vorhaben, das vor allem von der Marketing-Industrie heftig kritisiert worden ist. Google will sie durch eine andere Tracking-Art ersetzen, die laut dem Konzerndie Privatsphäre mehr achtet. Die Betatests dafür laufen seit Februar 2023.
Bei der neuen Methode sollen die Tracking-Daten lokal gespeichert und von Chrome kategorisiert werden. Websites können den Browser dann "fragen", in welcher Kategorie sich Nutzerinnen und Nutzer befinden und entsprechend Werbung ausliefern. Anders als heute sollen sie aber nicht mehr erkennen können, wer die User sind.
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Foto: zVg
Wer zu den ausgewählten 1% weltweit gehört, erhält am 4. Januar ein entsprechendes Pop-up angezeigt. In der zweiten Jahreshälfte 2024 soll die "Privacy Sandbox" dann für alle verfügbar gemacht werden.

Marktbeherrschende Stellung?

Google verkauft die Abschaffung der Third-Party-Cookies als Gewinn für die Privatsphäre. Die Motivation dafür sehen Kritiker aber in etwas anderem begründet: Sie sagen, der Konzern verschaffe sich einen Wettbewerbsvorteil und eine marktbeherrschende Stellung.
Wer prüfen will, ob er oder sie bereits in der Beta-Phase ausgewählt wurde und seitdem kategorisiert wird, kann "chrome://settings/privacySandbox" in der Chrome-Browserzeile eingeben und die eigenen Kategorien unter "Werbethemen" abrufen.

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