Wer während der Covid-19-Pandemie eine Impfung erhalten hatte, musste sich dafür in den meisten Fällen über die Plattform Vacme anmelden. Auch die Impfdaten wurden in der Applikation gespeichert. Noch vor über einem Jahr gab der Kanton Bern bekannt, dass er das Potenzial von Vacme gerne weiter nutzen und die
Plattform ausbauen möchte.
Doch aus dem digitalen Impfbüchlein wird wohl nichts. Die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) gab in einer Mitteilung bekannt, dass die Applikation per Ende Februar 2025 eingestellt wird. Die Entwicklerfirma DV Bern hat die Plattform zwar weiterentwickelt, der öffentliche Betrieb wird aber eingestellt.
Wie es in der Mitteilung des Kantons heisst, können die auf Vacme gespeicherten Impfdaten in ein Elektronisches Patientendossier (EPD) von Post Sanela oder auf die neue Plattform von DV Bern übertragen werden. Das klingt erst mal vielversprechend, weckt aber auch Erinnerungen an das
Debakel rund um die Stiftung Meineimpfung.ch.
Laut Mitteilung können die Impfdaten entweder als PDF gespeichert oder auf eine der beiden Plattformen übertragen werden. Anschliessend sollen die Daten im jeweiligen Impfmodul zur Verfügung stehen. Die
Einladung zur Datenmigration ist bereits am 7. November 2024 erfolgt. Dafür wurden die betroffenen Personen mittels SMS kontaktiert.
Daten im FHIR-Standard
Daten, die nicht bis Ende Februar 2025 migriert werden, werden laut dem Kanton gelöscht, sofern keine Aufbewahrungspflicht dafür besteht. Für die Übermittlung der Daten hat Post Sanela eine gesicherte Schnittstelle zur Verfügung gestellt. Dabei werden die Impfdaten gemäss der FHIR-Spezifikation übertragen, wie die GSI gegenüber inside-it.ch mitteilt.
Fast Healthcare Interoperability Resources (FHIR) ist ein von HL7 erarbeiteter Standard, der den Datenaustausch zwischen Softwaresystemen im Gesundheitswesen unterstützt. "Die FHIR-Spezifikation ist Public Domain nach CC0 1.0. Die Open-Source-Implementierungen der Spezifikation sind verfügbar", heisst es auf unsere Anfrage.
Um den Datenschutz zu gewährleisten, werden die Anwendung und die Daten in denselben zertifizierten Rechenzentren wie die kantonale Instanz in der Schweiz betrieben und gespeichert. Der Datenschutz wird mit technischen und organisatorischen Mitteln gemäss den ISO 27001 Massnahmen gewährleistet.
Neben Bern hat auch der Kanton Zürich die Arbeit mit Vacme eingestellt. "Die Covid-Impfungen wurden bereits im Sommer "in die Regelstrukturen überführt" und die Terminbuchungen erfolgen seither direkt, heisst es vom Kanton. Die Impfung wird im persönlichen Impfbüchlein dokumentiert. Das kantonale Tool wird nicht mehr eingesetzt.