Bern schafft ein digitales Impfbüchlein

10. Juli 2023 um 10:11
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Foto: Ed Us / Unsplash

Über die Plattform Vacme wurden während der Covid19-Pandemie unzählige Impftermine gebucht. Nun will der Kanton Bern dieses Potenzial nutzen.

Es fühlt sich an wie vor einer Ewigkeit, als das Vacme-Portal in den Kantonen Zürich und Bern eingesetzt worden ist, um die Registrierung für die Covid-19-Impfung zu bewältigen. Die Plattform wurde damals vom Softwarehersteller DV Bern im Auftrag des Kantons Bern entwickelt. Seither haben sich die meisten Menschen wohl nicht mehr damit befasst. Wie die 'Berner Zeitung' schreibt, kann man sich aber immer noch einloggen.
In der Datenbank sind die angegebenen Informationen und die Impf­be­stä­ti­gung­en nach wie vor hinterlegt. Gemäss der kantonalen Gesundheitsdirektion (GSI) Bern sind rund 900'000 Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons auf Vacme registriert. Dieses Potenzial will die Behörde nutzen, weshalb die Plattform seit der Pandemie kontinuierlich ausgebaut wird.
Neben der Impfung gegen Affenpocken kann man inzwischen auch Zecken­impfungen über das Onlineportal buchen. Die entsprechende Impfbestätigung wird dann ebenfalls als PDF-Datei abgelegt. Zudem wird man per SMS informiert, wenn weitere Impfdosen fällig werden. Laut GSI handelt es sich dabei um ein Pilotprojekt.
Weitere Schritte sind gemäss der 'Berner Zeitung' bereits geplant. Aktuell werde diskutiert, ob auch Impfungen gegen Kinderkrankheiten sowie gegen Humane Papillomviren (HPV) in die Plattform aufgenommen werden sollen, sagte GSI-Sprecher Gundekar Giebel gegenüber der Zeitung.

Besser als das EPD?

Den Anstoss zu dem Projekt gab eine Apotheken-Gruppe, die die Ausweitung der Zeckenimpfung auf Vacme vorangetrieben hat. Bei den Impfkampagnen gegen Affenpocken und Covid-19 sind die Gesundheitsinstitutionen im Kanton Bern zur Verwendung von Vacme verpflichtet.
Kommen immer mehr Impfungen hinzu und beteiligen sich weitere Arztpraxen und Apotheken am Projekt, entsteht im Kanton Bern nach und nach ein digitales Impfbüchlein. Auf nationaler Ebene ist ein solches Unterfangen mit Meineimpfung.ch krachend gescheitert.
Eine direkte Alternative zu Meineimpfungen.ch ist auf nationaler Ebene nicht geplant. Wer seine Impfdaten digital speichern will, solle bitte das elektro­ni­sche Patientendossier nutzen, rät das Bundesamt für Gesundheit. Ein solches EPD besitzen schweizweit aber nur rund 20'000 Personen und weniger als die Hälfte aller Spitäler sind daran angeschlossen. Deshalb soll bald eine Pflicht dafür kommen. Eine Tatsache, die auch für Kritik sorgte.

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