Der Gründer des Genfer IT-Dienstleisters Infomaniak hat die Kontrolle über seine Firma an eine gemeinnützige Stiftung übertragen. Boris Siegenthaler habe die Mehrheit der Stimmrechte an die Infomaniak Stiftung überschrieben, teilt das Unternehmen mit.
Die Stiftung werde künftig zwei Aufgaben erfüllen, heisst es weiter. Sie soll erstens unabhängige Projekte von allgemeinem Interesse in vier Bereichen unterstützen: digitale Bildung und Souveränität, ethische Digitalisierung, Biodiversität und Umwelt sowie Energiewende. Zweitens werde sie als Referenzaktionärin der Infomaniak Group die Unabhängigkeit und die Beständigkeit des ethischen Auftrags des Unternehmens garantieren.
Als Begründung für den Entscheid führt Siegenthaler aus: "Das Vertrauen, das uns Millionen von Privatpersonen und Hunderttausende von Firmen und Institutionen entgegenbringen, ist heute immens. Im Zeitalter der KI haben die Daten, die sie uns anvertrauen, einen strategischen Wert für ihre Zukunft. Diese Stiftung ist die Garantie, die ich ihnen schulde: Ihre Wahl ist nun langfristig geschützt."
Der Stiftungsrat zählt laut Mitteilung vier ehrenamtliche Mitglieder: Marc Maugué, seit Jahren im Stiftungswesen der Westschweiz tätig, Jonathan Normand, engagiert in den Bereichen Governance und Strategien mit positiver Wirkung in der Schweiz, Claire Siegenthaler, Vertreterin der dritten Generation einer für ethische und ökologische Anliegen engagierten Familie, und Infomaniak-Gründer Boris Siegenthaler, der den Stiftungsratsvorsitz während einer dreijährigen Anfangsphase übernimmt.
Eine neue Aktionärsstruktur
Zuvor hatte der Firmengründer bereits das Kapital von Infomaniak schrittweise für 36 Mitarbeitende des Unternehmens geöffnet. Sie alle hätten der Transaktion einstimmig zugestimmt und akzeptiert, damit ihre Stimmrechte zu reduzieren.
Am bisherigen Führungsteam ändere sich durch die Stiftungsgründung nichts, erklärt Infomaniak in der Mitteilung. Das Unternehmen werde weiter von CEO Marc Oehler, CFO Céline Morey und CSO Boris Siegenthaler geleitet. Die drei Personen träfen auch in Zukunft alle kommerziellen, operativen oder technischen Entscheidungen für Infomaniak.