Die Migration der ERP-Software beim
Milchverarbeitungsbetrieb Elsa Group bereitet offenbar immer noch Probleme. Bei der Migros-Tochter seien interne Mitarbeitende und die Beratungsfirma Deloitte weiterhin auf der Suche nach der Problemlösung, berichtet die '
Neue Zürcher Zeitung' (Paywall).
Die Probleme verortet eine anonyme Quelle der Zeitung in der fehlerhaften Kommunikation zwischen dem neuen ERP-System und den Logistikmaschinen im Hochregallager in Ursy. Dort verweigerten Kräne ihren Dienst, die Paletten würden falsch gestapelt, und auch die Etikettierung und Verpackung der Waren funktionierten nicht einwandfrei. Die Mitarbeitenden müssten die Lücken in der Lieferkette vorübergehend manuell schliessen. Ferner würden Migros-Partner wie das Transportunternehmen Murpf Logistik die Auslieferung mehrerer Käsesorten übernehmen müssen.
Die Elsa Group befindet sich wie viele andere Unternehmen auch in der Migration von SAP R/3 auf S/4Hana. Die Umstellung ist notwendig, da der ERP-Hersteller den Support für R/3 im Jahr 2030 endgültig einstellen will. Bei der Elsa Group sind nach Informationen der Zeitung grosse Teile der Logistik betroffen. Während der Migration müssten etliche Prozesse und Schnittstellen neu programmiert oder angepasst werden. Laut Migros-Medienstelle beschränkten sich die Probleme mittlerweile auf das Hochregallager in Ursy. Es arbeite seit der Systemumstellung noch nicht mit der erforderlichen Kapazität, schreibt die 'NZZ'.
Laut dem Projektplan für den Systemwechsel folgt auf die Elsa Group die Fleischindustrie. Dort dürfte die Migration noch aufwendiger werden, denn die Micarna-Gruppe zählt fast 3000 Mitarbeitende an 20 Standorten, wo circa 4500 Produkte hergestellt werden. Die Elsa Group ist nicht einmal halb so gross.