Jeder 10. Schweizer Arbeitsplatz könnte wegautomatisiert werden

1. November 2023 um 13:30
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Foto: Israel Andrade / Unsplash

Schaffen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz Stellen oder schaffen sie welche ab? Dieser grossen Frage ist eine aktuelle Studie nachgegangen.

Buchhaltung, Backoffice, IT, HR und Vertrieb sind die Bereiche mit dem grössten Einsparpotenzial durch Automatisierung. Dies geht aus einer Studie (PDF) des Zürcher Softwareunternehmens Exxas hervor.
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Quelle: Exxas AG
Dass Potenzial besteht, heisst aber nicht, dass es auch ausgenutzt wird. Die Hälfte der Befragten sieht sich selbst im Rückstand gegenüber anderen Unternehmen, was den Stand der Automatisierung beziehungsweise Digitalisierung angeht. In jedem 10. KMU und sogar jedem 5. Mikrounternehmen wurden der Studie zufolge bisher kaum Prozesse automatisiert.

Negative Auswirkungen auf Gesellschaft befürchtet

Das könnte unter anderem auch an den Ängsten und Bedenken liegen. Diese überwiegen nämlich bei den Studienteilnehmerinnen und -Teilnehmern, wenn es um die Auswirkungen der Automatisierung auf Gesellschaft (59% sind neutral oder negativ eingestellt) und Arbeitnehmer (61% sind neutral oder negativ eingestellt) geht. Fast schon konträr dazu ist die positive Einstellung zur Automatisierung hinsichtlich des eigenen Unternehmens und der eigenen Branche, die fast jede und jeder zweite Befragte mitbringt.

Zur Studie

Die Studie "Automatisierung bei Schweizer KMU" wurde diesen Sommer bei knapp 500 leitenden Angestellten oder selbstständig Erwerbenden aus Deutschschweizer KMUs durchgeführt.
Diese positive Bewertung wird allerdings in der Studie selbst widerlegt. Rund zwei Drittel der Befragten nehmen ihre durch die Digitalisierung veränderten Tätigkeiten als herausfordernder und verantwortungsvoller, aber auch als weniger kreativ wahr. Verbessert hat sich allerdings die Prozessqualität und dadurch auch die Gesamtproduktivität der Unternehmen.

Abhängigkeit von Software-Anbietern, Angst vor Jobverlust

Befürchtet wird indes die zunehmende Abhängigkeit der Unternehmen von Software-Anbietern (57%), Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften (52%) und der Verlust des Arbeitsplatzes (42%). Letzteres ist nicht ganz ungerechtfertigt: Bis zu 11% der Arbeitsstellen in Büroberufen könnten in den nächsten Jahren automatisiert werden, schreiben die Studienautoren. Die Zahl stammt indes von den Befragten selbst: Diese gaben an, bis zu 11% ihrer Wochenarbeitszeit mit vollständig oder teilautomatisierten Lösungen einsparen zu können.
Akut ist die Abbaugefahr jedoch noch nicht, wenn die Studie recht behält. In 75% der KMU hat sich die Stellenzahl in den letzten 12 Monaten nicht verändert. Und wo es Veränderungen gab, sind mehr neue Stellen entstanden, als bisherige weggefallen. Letzteres vor allem in den Bereichen IT, Buchhaltung und Personalwesen.

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