Justitia 4.0 holt externe Unterstützung für 45 Millionen Franken

18. August 2023 um 10:37
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Im Schweizer Justizwesen soll künftig weniger Papier benötigt werden. Foto: Unsplash+

Für die Transformation des Schweizer Rechtswesens sichern sich die Verantwortlichen externe Ressourcen für Rollout, Risikomanagement sowie ICT-Security.

Im Grossvorhaben Justitia 4.0 wird im Auftrag der Kantone und der Gerichte die Schweizer Justizlandschaft digitalisiert. Zentral ist dabei die Plattform "Justitia.Swiss", die eine elektronische Akteneinsicht sowie den elektronischen Rechtsverkehr zwischen verschiedenen Verfahrensbeteiligten ermöglichen soll.
Die 3 Teilprojekte "Justitia.Swiss", die Justizakte-Applikation (JAA) und das Projekt Transformation sollen bis 2027 abgeschlossen sein. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass sich die gesamten Projekt-, Entwicklungs- und Betriebskosten der drei Projekte auf rund 89 Millionen Franken belaufen werden. Gebaut wird die Plattform von Zühlke Engineering, betrieben werden soll sie danach von Elca.
Derzeit befinden sich die 3 Projekte in der Realisierungsphase. Dadurch steigt die Komplexität und auch der Ressourcenbedarf, schreiben die Verantwortlichen auf der Projektwebseite. Mit einer öffentlichen Ausschreibung hat sich das Grossprojekt deshalb einen Ressourcen-Pool gesichert.

Expertenpool für schwankenden Bedarf

Mit den externen Lieferanten erhalte man mehr Flexibilität und könne Personen innert kurzer Zeit aufbieten. Denn heute sei noch nicht klar, welche Unterstützung die Staatsanwaltschaften und Gerichte bei der Transformation oder beim Rollout brauchen, begründen die Verantwortlichen die Beschaffung
4 Firmen haben einen Zuschlag erhalten. Diese teilen sich den Auftrag über maximal 45,9 Millionen Franken bis 2030. Davon entfallen 6,5 Millionen Franken auf die Grundleistungen bis 2026, die restlichen 39,4 Millionen Franken können optional bis 2030 bezogen werden.
Insgesamt 31 Millionen Franken und damit der grösste Teil des Zuschlags geht an APP. Der Unternehmensberater soll die Justitia-4.0-Projektleitung beim Rollout der Plattform und der Justizakten-App bei den Justizbehörden unterstützen, geht aus der Ausschreibung hervor. Weitere 12 Millionen Franken gehen an Linkyard Consulting für Unterstützung in den Projekten E-Justizakte und Justitia.Swiss-Plattform.
Ebenfalls im Ressourcenpool enthalten ist Know-how, mit dem sichergestellt werden soll, dass die Applikationen die gesetzlichen Vorgaben bezüglich der IT-Sicherheit erfüllen. Diesen Zuschlag über 1,6 Millionen Franken erhielt Q-Perior. Für etwa eine halbe Million Franken soll CSP den Steuerungsausschuss in Sachen Qualitäts- und Risikomanager unterstützen.

Digitale Justiz

Mit dem Projekt Justitia 4.0 wird die Schweizer Justizlandschaft digitalisiert. Dazu soll künftig der gesamte elektronische Rechtsverkehr zwischen Rechtsanwälten und Gerichte über eine sichere Plattform erfolgen können. Auch eine digitale Akteneinsicht soll mit dem System möglich werden. Betroffen von den Änderungen sind über 15'000 Mitarbeitende der Gerichte und Staatsanwaltschaften sowie rund 12'000 Anwältinnen und Anwälte und deren Personal.
Anfang 2024 soll die Grundversion der neuen Plattform getestet werden können. Diese Basisversion könne dann noch nicht alle Geschäftsfälle abbilden, erfülle aber alle definierten Sicherheitsstandards, hiess es Anfang Jahr.

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