Justitia 4.0: Schweiz übernimmt österreichischen Code

17. April 2024 um 14:25
  • politik & wirtschaft
  • e-government
  • bund
  • Justiz
image
Alma Zadić, Bundesministerin für Justiz und Yves Donzallaz, Präsident des Bundesgerichts und Vorsitzender der Eidgenössischen Justizkonferenz. Foto: zVg

Die Schweiz und Österreich haben eine Kooperation zur Weiterentwicklung des digitalen Justizarbeitsplatzes unterzeichnet. Justitia 4.0 übernimmt den Code der österreichischen Lösung.

Yves Donzallaz, Präsident des Bundesgerichts und Vorsitzender der Eidgenössischen Justizkonferenz, sowie Alma Zadić, Österreichs Bundesministerin für Justiz, haben eine gemeinsame Erklärung zum "Übereinkommen über eine Kooperation zur gemeinsamen Weiterentwicklung und Nutzung des digitalen Justizarbeitsplatzes" unterzeichnet. Die Vertragsunterzeichnung offizialisiert eine Meldung von Ende Februar.

Anpassung auf Mehrsprachigkeit

Dadurch erhalten die Schweizer Justizbehörden das Recht der Nutzung des digitalen Justizarbeitsplatzes aus Österreich (DJAP) als eJustizakte-Applikation (JAA) und können diese an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Wie das Projektteam Justitia 4.0 mitteilt, sei DJAP in der österreichischen Justiz seit Jahren im Einsatz und werde in der Schweiz "der revisionssicheren Verwaltung der digitalen Akten, der Bearbeitung von PDF-Dokumenten und Aktenstücken sowie dem Aufgabenmanagement" dienen.
In einem ersten Schritt finde "in den nächsten Monaten der Know-how-Transfer statt", heisst es weiter. Ausserdem würden erste Anpassungen des Codes an die Bedürfnisse der Schweizer Justiz vorgenommen, wobei der Fokus auf der Mehrsprachigkeit liege. Darum kümmere sich je ein Entwicklungsteam in der Schweiz und in Österreich. Betrieben werde die Lösung in jedem Land unabhängig.

Drei Teilprojekte für 89 Millionen Franken

"Mit unserem Zusammenwirken können wir grenzübergreifend einen wichtigen Beitrag zur Effizienz- und Qualitätssteigerung unserer jeweiligen Justizapparate leisten", lässt sich Donzallaz in der Mitteilung zitieren. "Es freut mich ungemein, dass der digitale Justizarbeitsplatz nach österreichischem Vorbild nun auch in unserem Nachbarland Schule macht und die Schweiz sich entschlossen hat, diese Innovation in ihr eigenes System zu übernehmen", so Alma Zadić. Lustige Anekdote: In Österreich heisst das Projekt Justiz 3.0.
JAA ist eines von drei Teilprojekten von Justitia 4.0. Dazu gehören ebenfalls Justitia.Swiss und das Projekt Transformation. Sie sollen bis 2027 abgeschlossen sein. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass sich die gesamten Projekt-, Entwicklungs- und Betriebskosten der drei Projekte auf rund 89 Millionen Franken belaufen werden. Gebaut wird die Plattform von Zühlke Engineering, betrieben werden soll sie danach von Elca.

Loading

Mehr zum Thema

image

Bund baut IT-Personal deutlich aus

Die Bundesverwaltung beschäftigt 22% mehr Personal als 2007. Besonders stark wächst die Informatik: Das BIT hat seine Stellenzahl seit 2020 um mehr als 45% erhöht.

publiziert am 10.8.2026
imageAbo

So viel Strom verbraucht das Supercomputing-Zentrum

Das CSCS in Lugano schreibt seinen Energiebezug neu aus. Mit dem Supercomputer Alps ist der Strombedarf deutlich gestiegen.

publiziert am 10.8.2026
imageAbo

Neun IT-Firmen erhalten Aufträge von Pronovo

Pronovo, verantwortlich für die Förderprogramme für erneuerbare Energien, braucht einiges an externer Unterstützung und gibt dafür bis zu acht Millionen Franken aus.

publiziert am 7.8.2026
imageAbo

Freihändiger Auftrag an Elca für den Betrieb von Edulog

Elca bleibt für den technischen Betrieb des Bildungslogins zuständig. Grund für den Freihänder ist auch das Warten auf die E-ID.

publiziert am 7.8.2026