Kampf gegen KI-Bilder und -Videos wird im "Superwahljahr" wichtig

13. Februar 2024 um 11:40
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Dall-E / GPT-4

Das Weisse Haus arbeitet an einer Lösung, um eigene Videos verifizierbar zu machen. Social-Media-Plattformen wollen KI-Inhalte kennzeichnen.

In über 60 Ländern der Erde wird dieses Jahr gewählt. An die Urnen gerufen sind 3,6 Milliarden Menschen, rund 45% der Weltbevölkerung. Das Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' schreibt deshalb zurecht vom "Superwahljahr 2024".
Dass Social-Media-Plattformen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang von Wahlen haben, ist spätestens seit 2016 bekannt, als russische Agenten Facebook dazu nutzen, den US-Wahlkampf zu beeinflussen. Die Möglichkeiten zur Manipulation von Inhalten sind in Zeiten von KI-generierten Videos und Bildern dramatisch gestiegen, weshalb viele Beteiligte ihre Verantwortung wahrnehmen und gegen Desinformation vorgehen wollen.

Meta will KI-Inhalte erkennen und kennzeichnen

So zieht zum Beispiel Midjourney zumindest in Erwägung, dass während 12 Monaten keine Bilder erzeugt werden können, die Donald Trump oder Joe Biden zeigen. Auch Meta will beginnen, per KI generierten Bilder auf Instagram, Facebook und Threads zu kennzeichnen. Ausserdem will das Unternehmen gegen Userinnen und User vorgehen, die per KI erstellte Inhalte nicht als solche kennzeichnen, heisst es bei 'The Verge'. Im Artikel ist von Verwarnungen und dem Löschen von Postings die Rede.
Dass das einfacher gesagt als getan ist, dessen ist sich das Unternehmen bewusst. Laut Nick Clegg, Präsident für Global Affairs bei Meta, sei die Techbranche bei der Identifizierung von KI-generierten Video- und Audiodateien im Rückstand. Man werde nicht in der Lage sein, "alles selbst zu erkennen", wird Clegg vom US-Tech-Magazin zitiert. Clegg glaubt indes aber nicht, dass KI-Inhalte von "grosser politischer Bedeutung nicht rasch vom Moderationsteam entdeckt" würden.

Weisses Haus will eigene Videos identifizierbar machen

So optimistisch ist das Weisse Haus hingegen nicht. Die Regierung um Joe Biden arbeitet an einer Lösung, um die eigenen Videos verifizierbar zu machen. Amerikanerinnen und Amerikaner sollen in der Lage sein, offizielle Videos von KI-generierten unterscheiden zu können.
Wie Bidens KI-Berater Ben Buchanan zum Wirtschaftsblatt 'Business Insider' sagte, will das Weisse Haus die eigene Kommunikation kryptografisch verifizierbar machen. Eine Signatur innerhalb von Videos soll deren Echtheit bestätigen. Wie genau dies technisch umgesetzt werden soll, verriet Buchanan nicht.

Kommentar: Es gibt nicht nur die USA

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Chefredaktor Reto Vogt
Dass Social-Media-Plattformen und Urheber von politischen Inhalten über Desinformation nachdenken und Massnahmen dagegen ergreifen, ist richtig und wichtig. Allerdings wird es ein Ding der Unmöglichkeit sein, sämtliche Fake News als solche zu erkennen und entsprechend zu kennzeichnen.
Darüber hinaus darf man die Macht von Meta nicht unterschätzen. Nutzerinnen und Nutzer müssen sich darauf verlassen können, dass die Plattform alle politischen Inhalte gleich behandelt und nicht das eine oder andere Lager bevorzugt. Dass dies in der Vergangenheit nicht immer so passierte, ist hinlänglich bekannt.
Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die Beteiligten im Superwahljahr 2024, in dem in über 60 Ländern gewählt wird, alle Länder ausser die USA vergessen oder zumindest vernachlässigen. Denn die Gefahr, dass mit KI Wahlen manipuliert werden, herrscht nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern global.


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