Kantonsangestellte und alle anderen, die den kantonalen PC-Arbeitsplatz nutzen, können neu Dokumente rechtsverbindlich digital signieren, wie die Berner Finanzdirektion mitteilte. Dafür nutzen sie den Signaturdienst "BE-Signatur" des Amts für Informatik und Organisation (Kaio).
Den Auftrag für die Umsetzung der Standardsoftware für qualifizierte elektronische Unterschriften erhielt nach
einer Ausschreibung vom September 2022 die Firma Glaux Soft für 1,3 Millionen Franken. Diese hatte sich gegen 3 weitere Unternehmen durchgesetzt.
Qualifizierte Unterschrift kostet 2,13 Franken
Das geregelte elektronische Siegel entspreche den Anforderungen des Bundesgesetzes über die elektronische Signatur, heisst es von den Bernern. Kantonsmitarbeitende könnten auch eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) einsetzen, hiess es weiter. In einzelnen Fällen, wie bei einer Eingabe in das Grundbuch oder bei der Erstellung einer öffentlichen Urkunde sei dies nötig.
Die QES kostet jedoch deutlich mehr Geld. Für eine QES sind 2,13 Franken aufzuwenden, während eine geregelte elektronische Signatur 0,16 Franken kostet, wie weiteren Unterlagen des Kaio zu entnehmen war. Die Kosten würden dem jeweiligen kantonalen Amt verrechnet.
Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch Verfügungen oder Justizentscheide digital signiert werden können. Dafür werde zurzeit die Rechtsgrundlage geschaffen.
Rein digitale Abläufe in der Verwaltung
Das Gesetz über die digitale Verwaltung (DVG) verpflichte Unternehmen und alle, die beruflich mit den Behörden verkehren oder Staatsbeiträge empfangen, digital mit den Behörden zu kommunizieren. Dadurch könne die Verwaltung Arbeitsabläufe rein digital konzipieren.
Dies ermögliche es, Abläufe zu beschleunigen, Ressourcen zu sparen sowie der Wirtschaft und der Bevölkerung bessere Dienstleistungen zu bieten. Daher werden künftig immer mehr kantonale Dokumente nur noch digital unterzeichnet verfügbar sein, wie die Finanzdirektion schrieb.