Kanton Waadt kündigt Xplain-Vertrag

8. Februar 2024 um 16:24
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Foto: zVg

Xplain wurde von der Waadtländer Polizei mit der Modernisierung des IT-Systems beauftragt. Daraus wird nichts mehr. Xplain will prüfen, ob die Kündigung rechtens ist.

Am 7. Februar beschloss der Waadtländer Staatsrat, den Vertrag mit Xplain mit sofortiger Wirkung zu kündigen, um die "finanziellen und betrieblichen Risiken einzugrenzen", wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt.

"Probleme mit der Produktqualität"

Beim geplanten Projekt namens "Odyssée" ging es darum, die alten Informationsanwendungen der Waadtländer Polizeien zu ersetzen. Der Kanton entschied sich für Xplain respektive deren Produkt Polaris. Gesprochen wurde damals ein Investitionskredit über 11,2 Millionen Franken, der Zuschlag an den IT-Dienstleister war 9,2 Millionen Franken wert.
Durch den Cyberangriff auf Xplain wurde die Durchführung von Odyssée "erheblich gestört", was zu Verzögerungen geführt habe, wie es in der Mitteilung des Kantons weiter heisst. Bekannt ist das schon seit Herbst 2023, schon damals äusserten Mitglieder des Kantonsparlaments Bedenken.
Der Lieferant habe ausserdem "Probleme mit der Produktqualität", was zu "ernsthaften Zweifeln an seiner Fähigkeit führte, die ursprünglich vereinbarten Leistungen zu erbringen", schreibt der Kanton in ungewohnter Schärfe. Der Kanton arbeitet mit dem aktuellen System weiter, bis ein neuer Lieferant feststeht. Es bleibe aber eine Modernisierung erforderlich.

"Prüfen, ob Kündigung rechtens ist"

Für Xplain-CEO Andreas Löwinger kommt die Vertragskündigung "komplett überraschend". Es habe keinerlei Anzeichen dafür gegeben, wie er am Telefon zu inside-it.ch sagt. Sonst "hätten wir Anfang Woche nicht kommuniziert, dass wir keinen Kunden verloren haben", versichert Löwinger.
Die formelle Kündigung ist heute per Einschreiben in Interlaken eingetroffen. Löwinger will nun "prüfen, ob die Kündigung rechtens ist". Er hoffe, dass der Vertrag "in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst werden kann", und dass es nicht zu einem Gerichtsverfahren komme. Denn sonst gewinne "ausser den Juristen niemand", so Löwinger zu inside-it.ch.

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