Kanton Zürich leiht sich IKT-Personal für 46 Millionen

6. September 2022, 13:12
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Foto: Thisisengineering Raeng / Unsplash

In einer Ausschreibung hat sich der Kanton externe Fachpersonen in 13 verschiedenen Bereichen gesichert. Alle Zuschlagsempfänger werden mit einem Rahmenvertrag ausgestattet.

Der Kanton Zürich hat sich in einer Ausschreibung die Dienste von verschiedenen externen IKT-Fachpersonen gesichert. In insgesamt 13 Losen wurde nach Unternehmen mit Mitarbeitenden in verschiedenen Fachbereichen gesucht. Pro Los wurden maximal 4 Zuschläge erteilt, die jeweils mit einem Rahmenvertrag zum Abruf von bestimmten Leistungen belohnt wurden, heisst es auf Simap. Dabei bestehe jedoch keine Abnahmeverpflichtung, schreibt der Kanton in der Ausschreibung. Wir haben uns die Vergabe genauer angeschaut:
In Los 1 wurde nach einem Service-Desk Agent gesucht. Die Zuschläge gingen – mit der Begründung, dass die Zuschlagskriterien am besten erfüllt wurden – für 884'000 Franken an Bithawk aus Sursee und für 419'900 Franken an Allgeier aus Thalwil. Insgesamt seien für die Ausschreibung 3 Angebote eingegangen, aber lediglich 2 Anbieter berücksichtigt worden, heisst es auf Simap.
Alle 4 Zuschläge vergeben wurden in Los 2. Hier wurde nach der Kompetenz eines Workplace Engineer verlangt. Insgesamt wurden 5 Offerten eingereicht, durchsetzen konnten sich schliesslich Bithawk für 1,22 Millionen Franken, Bechtle Schweiz und Nexpert für jeweils 1,18 Millionen Franken sowie Allgeier mit einem Angebot knapp unter einer Million. Auch hier wurde die Vergabe, wenig überraschend, mit der besten Erfüllung der Zuschlagskriterien begründet.
Ganze 6 Angebote wurden für das Los 3 und den Fachbereich der Netzwerk Administration eingereicht. Die Zuschläge mit derselben Begründung wie in den vorherigen Losen schnappten sich wiederum Bithawk für 384'000 Franken, Anyweb aus Zürich für 473'600 Franken, Swisscom für 460'800 Franken und Bechtle Schweiz für 450'560 Franken.
Auf weniger Interesse stiess dagegen die Ausschreibung für den Netzwerk Security Engineer. Lediglich 3 Anbieter haben sich um einen Zuschlag im 4. Los bemüht. Die beiden Gewinner sind Ensec aus Au mit einem Angebot von 320'000 Franken und Avantec aus Zürich mit einem Gesamtpreis von 288'000 Franken. Hier wurde die Vergabe ebenfalls mit der besten Erfüllung der Zuschlagskriterien begründet.

Überangebot in der Projektleitung

Los 5 behandelte die Funktion eines Projektleiters oder einer Projektleiterin im Bereich der Programmleitung. Stolze 18 Angebote gingen auf die Ausschreibung ein. Durchsetzen konnten sich letztendlich Deloitte Consulting aus Zürich mit 2,13 Millionen Franken, Ironforge Consulting aus Muri bei Bern mit 2,15 Millionen Franken, Amstein und Walthert Progress aus Zürich mit 1,92 Millionen Franken und Linkyard aus Bern mit 2,17 Millionen Franken.
Ebenfalls 18 Angebote gingen für Los 6 und die Funktion eines technischen Projektleiters ein. Die berücksichtigten Anbieter gemäss Simap sind APP Unternehmensberatung (2,35 Millionen Franken) und Kiwi Consultants (2,27 Millionen Franken) aus Bern, Erni Schweiz (2,15 Millionen Franken) sowie Adesso Schweiz (2,12 Millionen Franken).

Viele Software-Entwickler nötig

In Los 7 wurde nach Software Entwicklung für die Plattform von Servicenow gesucht. Von den 5 eingereichten Angeboten konnten sich schlussendlich Bithawk mit 2,8 Millionen Franken, Prozessfux aus Zürich mit 3,04 Millionen Franken, Frox aus Stäfa mit 2,78 Millionen Franken und Swisscom mit 3,16 Millionen Franken durchsetzen.
Das 8. Los befasste sich mit der Software Architektur für die Servicenow-Plattform. Neben Bithawk (2,8 Millionen Franken), Prozessfux (3,04 Millionen Franken) und Frox (2,94 Millionen Franken) konnte sich hier an vierter Stelle Arctive (3,46 Milllionen Franken) aus Zug durchsetzen. Insgesamt wurden 5 Angebote eingereicht.
Ebenfalls mit der Entwicklung von Software befasste sich Los 9. Hier ging es allerdings um die Plattform Oneoffixx. Der Zuschlag zu einem Gesamtpreis von 1,92 Millionen Franken ging an den Thurgauer Softwareentwickler Primesoft aus Eschlikon, der das einzige Angebot für die Ausschreibung eingereicht hatte. Gleiches gilt auch für Los 10, in dem für die gleiche Plattform zusätzlich noch ein Projektleiter und Consultant für den Preis von 1,15 Millionen Franken gefunden wurde.
Ebenfalls alle Anbieter berücksichtigt wurden in Los 11. Insgesamt 3 IT-Unternehmen bewarben sich mit einem Angebot für die Funktion eines Software Entwicklers auf der Axon-Ivy-Plattform. Einen Zuschlag abgeholt haben sich Frox mit 2,14 Millionen Franken, Synus Informatik aus Oberentfelden mit 2,34 Millionen Franken sowie Mesoneer aus Wallisellen mit 1,92 Millionen Franken.

Keine Abnahmegarantie

Los 12 trägt den Titel Projektleiter und Consultant öffentliche Beschaffung. Von den 10 Bewerbenden konnten sich CSI Consulting aus Zürich mit 2,34 Millionen Franken, CSP aus St. Gallen mit 2,36 Millionen Franken, Consulteer aus Meggen mit 2,10 Millionen Franken und die AWK Group aus Zürich mit 2,28 Millionen Franken durchsetzen.
Das 13. und letzte Los soll den künftigen Personalverleih für IKT-Dienstleitungen sicherstellen. Die Zuschlagsempfänger sind Harvey Nash aus Zürich (2,21 Millionen Franken), Hays Schweiz und IQ Plus aus Winterthur (beide je 2,18 Millionen Franken) sowie die Coopers Group aus Hergiswil. Mit 13 eingereichten Angeboten war diese Ausschreibung eine der begehrtesten.
Sämtliche Vergaben wurden damit begründet, dass die jeweiligen Anbieter die Zuschlagskriterien am besten erfüllt hätten. Dabei wurden die Qualifikationen der Anbieter mit 65% und der Gesamtpreis der Angebote mit 35 % gewichtet. Der Kanton sichert sich somit externe IT-Kompetenzen im Umfang von über 46 Millionen Schweizer Franken – wenn er sie dann auch abruft.

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