Kaspersky macht in den USA dicht

16. Juli 2024 um 09:07
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US-Präsident Joe Biden. Foto: Gage Skidmore / Openverse unter Lizenz CC BY-SA 2.0

Das Cybersecurity-Unternehmen stellt seine Aktivitäten in den Vereinigten Staaten ein, nachdem die Biden-Regierung ein Verbot ausgesprochen hat.

Die US-Regierung hat per 20. Juli den Verkauf von Softwarelösungen des russischen Security-Spezialisten Kaspersky Labs in den USA verboten, wie sie vor rund einem Monat bekannt gab. Jetzt zieht Kaspersky die Konsequenzen daraus und stellt seine Aktivitäten im Land ein.
Bestehende US-Kunden werden aufgefordert, vor dem 29. September alternative Lösungen zu finden. Privatkunden erhalten gemäss 'Reuters' auf der Kaspersky-Vertriebsseite bereits jetzt eine Meldung, dass der "Kauf für US-Kunden nicht möglich" sei.

Entlassung von fast 50 Mitarbeitenden

Ab dem 20. Juli werde Kaspersky seine US-Aktivitäten zurückfahren und sämtliche "in den USA ansässigen Positionen eliminieren", wie das Unternehmen gegenüber 'The Register' sagt. Laut Kaspersky sind von der Schliessung "weniger als 50 Mitarbeitende" betroffen. Die Entlassungen sollen noch in dieser Woche beginnen.
Man habe die "Auswirkungen der gesetzlichen Anforderungen in den USA sorgfältig geprüft und bewertet", so der Softwareanbieter in einem Statement. Es seien im Land keine Geschäftsmöglichkeiten mehr realisierbar, weshalb man "diese traurige und schwierige Entscheidung getroffen" habe.

USA nennt Sicherheitsbedenken

Das amerikanische Handelsministerium kündigte vergangenen Monat an, den Verkauf von Kaspersky-Software im Land zu verbieten. Es verwies dabei auf Sicherheitsrisiken. Eine ausführliche Untersuchung habe ergeben, dass das Verbot der einzige Weg sei, Bedenken in Bezug auf die nationale Sicherheit auszuräumen, hiess es.
Die US-Regierung verhängte kurz darauf ausserdem Sanktionen gegen Mitglieder der Führungsspitze von Kaspersky. Nicht auf der Sanktionsliste aber findet sich CEO und Mitgründer Eugene Kaspersky.
Der Security-Anbieter sprach von einem politischen Entscheid, der aufgrund des geopolitischen Klimas und theoretischer Bedenken gefällt worden sei und nicht basierend auf einer umfassenden Bewertung der Integrität der Lösungen und Dienstleistungen.
Obwohl Kaspersky zunächst rechtliche Schritte gegen den Entscheid ankündigte, scheinen diese nicht weiter verfolgt worden zu sein.

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