KI für Verbesserungen im Bahnverkehr?

22. Juni 2023 um 12:28
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Bahnhof Genève-Aéroport. Foto: SBB

Die Deutsche Bahn will KI nutzen, um Verspätungen zu reduzieren. Die SBB erklären uns, welche Systeme sie im Einsatz haben.

Dass die Deutsche Bahn (DB) Probleme mit oft verspäteten Zügen hat, ist kein Geheimnis. Das Unternehmen will jetzt das Übel mit einer selbst entwickelten KI-Software angehen, wie 'Heise' berichtet. Das Tool habe im Jahr 2022 insgesamt 58'000 Verspätungsminuten verhindert. Künftig soll es in mehr Gebieten und auf zusätzlichen Strecken eingesetzt werden.
In einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen (Paywall) hatte die deutsche Staatssekretärin und Bahnverantwortliche Susanne Henckel Ende 2022 gesagt: "Wir können sehr viel lernen von der Schweiz." Etwa, was das Konzept des Taktfahrplans betreffe.
Auch in der Schweiz kommt es zu Verspätungen, aber nicht im selben Ausmass wie in Deutschland. Will man hierzulande wie die DB in Zukunft mit KI einen Echtzeitfahrplan erreichen, der zur digitalen Schaltzentrale des Bahnverkehrs werden soll? Wir haben die SBB nach ihren Plänen gefragt, und welche Tools sie einsetzen.

'Traffic Management System' bei den Bundesbahnen

"Die SBB nutzt die Chancen der Prozessautomatisierung, welche sich aufgrund der Verfügbarkeit von Daten, Rechenkapazität und Algorithmen ergeben, und verbessert so ihren Bahnbetrieb weiter", schreibt die Medienstelle. Aktuell kämen Optimierungsalgorithmen vor allem in der Bahnproduktion zum Einsatz.
Für die Analyse von Verspätungen und die Verbesserung des Fahrplans würden verschiedene Systeme genutzt, welche die Zugfolge in bestimmten Netzabschnitten optimieren und automatisch an die Leittechnik übermitteln. "Die Funktionen sind Teil des Entwicklungsvorhabens 'Traffic Management System', mit welchem die SBB gemeinsam mit der Branche die Prozesse der Fahrplanplanung und Betriebsführung schrittweise unterstützen und – wo sinnvoll – automatisieren wird."

Rollmaterial und Personalplanung verbessern

Dieses Vorhaben werde gemeinsam mit den Infrastrukturbetreibern in der Schweiz entwickelt. Zusätzlich gibt es laut SBB das Programm "Integrierte Produktionsplanung", bei welchem mittels Algorithmik, "welche gut auch als KI umschrieben werden könnte, die Planung von Personal und Rollmaterial gemeinsam optimiert wird, um die Produktion Personenverkehr effizienter zu gestalten".
Mit technologischen Entwicklungen wolle man Nutzen für Kundinnen und Kunden sowie intern bei der Verbesserung von Dienstleistungen und Ressourcen erzielen. Die Medienstelle nennt als Beispiele: Unterstützung von Blinden und seheingeschränkten Personen bei der Navigation rund um den Zug, automatische Erkennung von Defekten auf den Gleisen bei der Streckeninspektion oder Prognosen für die Abnützung von Radsätzen bei Fahrzeugen.
Den Fachleuten bei den SBB sei es wichtig zu betonen, heisst es abschliessend, dass vieles zum Oberbegeriff Künstliche Intelligenz gehöre, es sich aber um sehr unterschiedliche Technologien und Methoden handle. Dies könnten Optimierer wie das Tool der DB oder "Traffic Management System/Integrierte Produktionsplanung" bei den SBB sein, aber auch generative KI.

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