Das KI-Unternehmen Synthesia baut seine internationale Präsenz weiter aus und verstärkt dabei auch seinen Standort in Zürich. Im Rahmen der globalen Expansion investiert Synthesia insgesamt mehr als 25 Millionen US-Dollar in den Ausbau der Standorte in den USA und Europa, wie das britische Unternehmens mitteilt. Neben neuen Büros in Austin, Paris und Berlin plane Synthesia, die Zahl seiner globalen Mitarbeitenden 2026 um mehr als 70% zu steigern.
Hintergrund der Expansion sei eine wachsende Nachfrage nach KI-gestützten Videolösungen im Unternehmensumfeld. Laut Synthesia hat sich die Zahl grosser Enterprise-Verträge im vergangenen Jahr verdreifacht. Anfang 2026 hatte das Unternehmen zudem eine Finanzierungsrunde über 200 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 4 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.
Schweiz als Schlüsselmarkt
Die Schweiz gehört für Synthesia zu den wichtigsten Märkten weltweit, sie ist sogar der viertgrösste Markt global, wie inside-it.ch auf Anfrage erfuhr. Rund 75% der im Swiss Market Index (SMI) gelisteten Unternehmen setzen laut Synthesia bereits auf die Plattform.
Besonders stark sei die Nutzung in regulierten und international ausgerichteten Branchen wie Pharma, Finanzdienstleistungen und Industrie. Unternehmen würden die Technologie unter anderem für Schulungen, Onboarding-Prozesse sowie die mehrsprachige Aufbereitung von Inhalten einsetzen. Ein Beispiel ist die Grossbank UBS, die laut Synthesia KI-generierte Videos von Analysten erstellt und damit die Produktionszeit um 30 bis 40% verkürzt. Das Kantonsspital Baden zähle zu den jüngeren Kunden in der Schweiz.
Der Standort in Zürich fungiere bereits heute als europäischer Hub mit einem Team von über einem Dutzend Mitarbeitenden. Im Zuge der Expansion soll die Belegschaft vor Ort 2026 um rund ein Drittel wachsen, teilte das Unternehmen gegenüber inside-it.ch mit. Der Fokus liege dabei auf Funktionen in Vertrieb und Kundenbetreuung.
Die DACH-Region insgesamt sei für Synthesia der drittgrösste Markt gemessen am wiederkehrenden Umsatz. Mit dem Ausbau will das Unternehmen eigenen Angaben zufolge die Nähe zu bestehenden Grosskunden erhöhen und weiteres Wachstum in den Kernbranchen erschliessen.