Wollte man etwas böse sein, könnte man die Idee des elektronischen Patientendossiers (äbe, das EPD), für gescheitert erklären.
Fast niemand weiss, dass es das gibt, wofür man überhaupt eins braucht und geschweige denn, wo man eins bestellen kann – wenn man denn überhaupt wollte. Ich wollte, eigentlich, aber ich müsste als Winterthurer Bürger nach Zürich in den Technopark fahren, um ein EPD zu eröffnen. Aber so wichtig ist es mir am Ende des Tages dann doch nicht.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und eHealth Suisse haben für sich die Antwort auf die Frage gefunden und einen 5-Millionen-Auftrag ausgeschrieben.
Jetzt soll eine Kommunikationskampagne das EPD retten
Darin werden Kommunikations- und Marketingprofis gesucht, die eine
nationale Kampagne auf die Beine stellen, um das EPD schweizweit bekannter zu machen. Im Idealfall kann die noch zu findende Organisation auch Krisenkommunikation, wie Simap zu entnehmen ist. Halt für den Fall, dass die ganze Geschichte dann doch nicht so endet, wie man sich das auf dem Papier(!) vorgestellt hat.
Schaden kann das tatsächlich nicht, also die Kampagne zu fahren. Die Idee eines elektronischen Patientendossiers und eines sicheren sowie automatischen Datenaustauschs zwischen verschiedenen Gesundheitsorganisationen ist wichtig und richtig.
Für dessen Verbreitung braucht es aber nicht nur eine grössere Bekanntheit, sondern auch einen wesentlich vereinfachten Bestellprozess. Voll digitalisiert und online.
Vielleicht könnte man auch dafür das eine oder andere Milliöndli einsetzen, das sonst die Marketing- und PR-Profis in hübsche Powerpoint-Folien investieren.
Noch ist es zu früh, das EPD für gescheitert zu erklären. Aber um es zu retten, muss noch viel passieren.