Lateinische Kantone wollen eine souveräne Cloud

12. Mai 2023 um 10:08
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Genfersee. Foto: Lukas Blaskevicius / Unsplash

Die Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Tessin, Waadt und Wallis wollen die Swiss Cloud vorantreiben.

Die Waadtländer Staatsrätin Nuria Gorrite gab die Ergebnisse von 3 Studien zur souveränen Cloud und digitalen Souveränität bekannt. Diese souveräne Cloud sollte in öffentlicher Hand sein und von privaten Schweizer Anbietern aufgebaut werden, meint Gorrite an der Latin Conference of Digital Directors (CLDN).
Die Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Tessin, Waadt und Wallis beschlossen am Ende der Konferenz, eine gemeinsame digitale politische Vision zu entwickeln und sich für die digitale Souveränität zusammenzuschliessen. "Die Mitglieder des CLDN wollen die Kontrolle über ihre IT-Entscheidungen behalten", heisst es in einer Mitteilung.
Auch eine Definition digitaler Souveränität wurde bereits etabliert, mit der "die Behörden ihre strategische Autonomie wahren könnten". Die Kantone planen nun, auf interkantonaler Ebene gemeinsam vorzugehen. Insbesondere wollen sie rechtliche Grundlagen oder die Datenpolitik weiterentwickeln und das digitale Vertrauen durch Transparenz stärken.
Neben der interkantonalen Zusammenarbeit wollen sie die Sache auch gemeinsam mit dem Bund anpacken: Die CLDN soll sich aktiv an der Entwicklung der Swiss Government Cloud beteiligen. "Eine solche Zusammenarbeit würde eine konkrete Gelegenheit darstellen, die Synergien auf interkantonaler und eidgenössischer Ebene bei zentralen Herausforderungen der digitalen Transformation in der Schweiz zu verstärken", so die Mitteilung.

Positionspapier für digitale Souveränität

Erst kürzlich hat die Vereinigung Innovate Switzerland das Positionspapier "Der Schweizer Weg in die digitale Souveränität" veröffentlicht. Darin fordert sie klare Massnahmen für den Umgang mit Daten und der Public Cloud.
"Digitale Souveränität erfordert einen gesetzlichen Rahmen für digitale Daten und Technologien, der einerseits Kontrolle und Schutz ermöglicht, und der gleichzeitig eine breite Datennutzung für Individuen, Unternehmen und Organisationen gewährleistet, indem er Wahlfreiheit bei digitalen Anwendungen und digitale Selbstbestimmung sichert", heisst es im Papier.
Um die Grundprinzipien der digitalen Souveränität umzusetzen, wurden 6 Handlungsfelder für Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft definiert. Dazu gehören unter anderem die Behördendigitalisierung oder die digitale Demokratie.

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