Liechtenstein nimmt nach Cyberangriff weitere Systeme vom Netz

4. August 2026 um 09:19
image
Foto: Himmel S / Unsplash

Nach dem Diebstahl von rund 31'000 Datensätzen hat Liechtenstein vorsorglich zwei weitere IT-Systeme abgeschaltet. Hinweise auf weitere unbefugte Zugriffe gibt es nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

Unbekannte haben im Fürstentum Liechtenstein rund 31'000 Datenkopien von Gesellschaften, Stiftungen und Treuhänderschaften gestohlen. Erste Erkenntnisse aus der forensischen Untersuchung haben gezeigt, dass es sich um einen gezielten Angriff auf das Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen beim Amt für Justiz gehandelt hat, wie die Regierung des Fürstentums Liechtenstein am 3. August in einer Medienmitteilung schrieb. Bisher konnte die Täterschaft nicht ermittelt werden.
Weitere Angriffe auf andere Systeme hätten nicht festgestellt werden können, am Montag seien jedoch zwei Systeme vom Netz genommen worden: das zentrale Kontenregister sowie das zentrale Steuerfachsystem. Es handle sich um reine Vorsichtsmassnahmen, hiess es in der Medienmitteilung weiter. Es gebe keine Indikation, dass in diesen Systemen ein rechtswidriger Zugriff stattgefunden habe. Alle Systeme würden nun zusätzlichen umfassenden Sicherheitsprüfungen unterzogen.
Nach vorläufigen Erkenntnissen habe sich in der Nacht auf den 30. Juli "eine unbekannte Täterschaft widerrechtlich auf digitalem Weg" Zugriff auf das Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen verschafft, erklärte die Liechtensteiner Regierung.
Im Verlauf des Donnerstags seien beim Amt für Justiz Unregelmässigkeiten aufgefallen, worauf das Amt für Informatik eingeschaltet worden sei. Dieses habe zur Sicherheit das betroffene System vom Netz genommen. Am Freitag schliesslich sei die Regierung informiert und am Samstag seien die ersten bestätigten Ergebnisse der Voruntersuchungen an die Regierung übermittelt worden.

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Volles Vertrauen dank moderner Cybersicherheit

Wenn Unternehmen ihre Finanzdaten in fremde Hände geben, muss das Vertrauen absolut sein. Für Treuhandgesellschaften ist Informationssicherheit daher existenziell. Die Aeberli Treuhand AG aus Zürich – seit über 75 Jahren etabliert – hat ihre IT-Sicherheitsarchitektur grundlegend modernisiert.

image

Hacker klauen 6,3 Milliarden Dollar bei Binance

Laut neusten Erkenntnissen nützten die Hacker mehrere Sicherheitslücken aus, genaueres weiss man aber noch nicht.

publiziert am 30.10.2026
imageAbo

Ransomware-Bande behauptet Angriff auf Softwareone

Die Gruppe "The Gentlemen" will Daten des Konzerns erbeutet haben. Laut Softwareone handelt es sich um eine isolierte Testumgebung.

publiziert am 28.10.2026
image

Zwei Anbieter dominieren die Kernbankensysteme

An Finnova und Avaloq gibt es fast keinen Weg vorbei, zeigt eine IFZ-Studie. Schweizer Retailbanken bevorzugen Stabilität.

publiziert am 28.10.2026