Lockbit hat 43 Gigabyte Daten veröffentlicht, die eigenen Angaben zufolge bei einem
Angriff auf den Flugzeughersteller Boeing erbeutet wurden. Vor der Veröffentlichung erklärten die Hacker gemäss
'Bleeping Computer', dass Boeing nicht auf Lösegeldforderungen eingegangen sei und sämtliche Warnungen ignoriert habe.
Bei den meisten auf der Leak-Site der Ransomware-Gruppe aufgelisteten Daten handelt es sich um Sicherungskopien verschiedener Systeme, die jüngste davon mit einem Zeitstempel vom 22. Oktober 2023. Die Ransomware-Bande führte Boeing am 27. Oktober auf ihrer Opferliste auf und setzte dem Unternehmen eine Frist bis zum 2. November, um Verhandlungen aufzunehmen.
Die Hacker erklärten damals, sie hätten "eine enorme Menge an sensiblen Daten" gestohlen und seien bereit, diese zu veröffentlichen. Für eine Zeit lang verschwand der Luftfahrtkonzern wieder von der Lockbit-Liste, wurde aber am 7. November erneut aufgeführt. Die Hacker drohten mit der Veröffentlichung von 4 Gigabyte Beispieldaten.
Backups und Protokolle erbeutet
Weil das Unternehmen nicht auf Verhandlungen eingegangen ist und auch kein Lösegeld bezahlte, veröffentlichte Lockbit am 10. November alle von Boeing gestohlenen Daten auf ihrer Leak-Seite. Laut 'Bleeping Computer' finden sich darunter Konfigurations-Backups für IT-Management-Software sowie Protokolle für Überwachungs- und Auditing-Tools. Zudem sind Backups von Citrix-Appliances aufgelistet.
Boeing
bestätigte zwar den Cyberangriff, gab aber keine Einzelheiten über den Vorfall oder die Art und Weise an, wie die Hacker ins Netzwerk eingedrungen sind. "Wenn sie nur 43 Gigabyte an Daten von Boeing bekommen haben, sind sie offensichtlich nicht sehr weit in das Boeing-Netzwerk eingedrungen", spekuliert 'Bleeping Computer'. Die Datenmenge entspricht gerade mal ein paar wenig benutzten Laptop-Backups oder den Daten eines kleinen Aussenstandortes.