Der Computerzubehörhersteller Logitech hat einen starken Jahresstart hingelegt. Es habe ein starkes Wachstum in allen Kernkategorien gegeben, teilte das Unternehmen mit. Das starke Ergebnis wird jedoch von einer Werksschliessung bei einem Zulieferer überschattet.
Innovationen und verstärktes Marketing hätten zu starkem Wachstum in den Kernkategorien geführt. Beispielsweise habe es ein zweistelliges Wachstum im Bereich Pointing Devices gegeben, hiess es dazu von Konzernchefin Hanneke Faber im Communiqué. Aber auch die grösste Sparte Gaming legte in US-Dollar um kräftige 12% zu.
Ergebnis profitiert von Zollerstattungen
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 stieg der Umsatz um 7% auf 1,23 Milliarden Dollar. Die um Kosten für Restrukturierungen und Übernahmen bereinigte Bruttogewinnmarge lag mit 49,8% um klare 770 Basispunkte über dem Vorjahr. Und auch das passende operative Ergebnis kletterte um satte 44% auf 290,4 Millionen Dollar.
In diesen Zahlen sind aber Zollrückerstattungen in Höhe von 61 Millionen Dollar enthalten. Unter dem Strich erzielte Logitech einen Reingewinn von 269,0 Millionen und damit knapp 43% mehr als im Vorjahr.
Vorfall bei Zulieferer
Derweil gab es bei einem der Halbleiterzulieferer einen Vorfall, der zur zeitweiligen Schliessung des betroffenen Werkes führte. "Es war ein ernster Vorfall, so dass die Fabrik bis heute geschlossen ist und es gibt auch noch kein Datum für eine Wiedereröffnung", sagte Faber. Im Finanzausblick für das zweite Quartal sei daher ein Gegenwind von rund 20 Millionen Dollar berücksichtigt.
Für das dritte Quartal könne es gar bis zu 200 Millionen an Nettoumsatz kosten. "Es ist ein temporäres Problem und wir sind sicher, dass es bis in das vierte Quartal hinein gelöst sein wird", so die Firmenchefin.
Zudem habe Logitech weitere Halbleiterzulieferer, wie generell für kritische Komponenten. "Allerdings ist die Angebotslage derzeit generell etwas angespannt und eine Herausforderung, unsere Nachfrage zu decken", so Faber weiter. Der Lagerbestand helfe aber, um die Auswirkungen abzufedern, ergänzte CFO Matteo Anversa.
Neue Produkte und Ausblick
Logitech brachte im ersten Geschäftsquartal auch diverse neue Produkte auf den Markt, die teils einen sehr guten Start hatten. Die positive Nachfrage dürfte nach Ansicht des Managements anhalten. Für das zweite Jahresviertel nimmt sich Logitech dennoch ein vergleichsweise zurückhaltendes Umsatzwachstum in US-Dollar von 0 bis 3% auf 1,19 bis 1,22 Milliarden Dollar vor. Der Betriebsgewinn soll zwischen 185 und 210 Millionen Dollar liegen.
An der Börse löst das Zuliefererproblem Unsicherheit aus. Die Logitech-Aktie wird im frühen Handel mit minus 6,4% abgestraft.