A.P.Moller - Maersk
hat angekündigt, dass die gemeinsam mit IBM betriebene Handelsplattform "Tradelens" ab sofort nicht mehr neuen Kunden angeboten und wahrscheinlich per Ende des 1. Quartals 2023 abgeschaltet wird. Während der Endphase werde man aber sicherstellen, dass Kunden nicht unter Betriebsunterbrüchen leiden, verspricht der dänische Logistikriese.
Man habe zwar eine funktionierende Plattform entwickelt, aber nicht das notwendige Mass an Unterstützung aus der globalen Logistikbranche erreicht, wird Rotem Hershko, Head of Business Plattform bei A.P. Moller – Maersk, in der Mitteilung zitiert. Der kommerzielle Erfolg habe nicht das gewünschte Ausmass erreicht, um die Plattform als unabhängiges Business innerhalb des Konzerns weiter betreiben zu können.
Das Blockchain-basierte Tradelens-System wurde 2018 mit dem Versprechen lanciert, dass es als anbieterunabhängige Plattform die globale Logistikbranche revolutionieren könne. Durch automatisierte Dokumentenerstellung und -Nachverfolgung und eine durchgehende Digitalisierung hätten die beim Versenden von Waren anfallenden administrativen Kosten deutlich reduziert werden sollen.
Damit die versprochenen Einsparungen hätten realisiert werden können, hätte ein genügend hoher Anteil der globalen Logistikunternehmen mitmachen müssen. Diese "kritische Masse" wurde aber offensichtlich nicht erreicht. Beobachter spekulieren, dass wohl viele der Zielkunden keine grosse Lust hatten, die Plattform eines ihrer grössten Konkurrenten zu benützen, zumal sie diesem dadurch Zusatzeinnahmen verschafft hätten. Gleichzeitig scheinen die gebotenen Funktionalitäten nicht vorteilhaft genug gewesen zu sein, um solche Widerstände zu überwinden.