Meta, Microsoft und Google greifen OpenAI an

18. August 2023 um 14:23
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Illustration erstellt von inside-it.ch mit Midjourney.

Big Tech will gegen die Dominanz von OpenAI vorgehen. Zu den Plänen gehören Code-Assistenten, Open-Source-Modelle und Zwillinge.

Während Sam Altman mit einer Welttournee zum Weltuntergang und seiner globalen Kryptowährung Worldcoin beschäftigt war, braute sich Ungemach für seine Firma zusammen. Big Tech hat allerhand Pläne, um dem Shooting-Star der KI-Szene den Rang abzulaufen… oder zumindest sein Business zu konkurrieren.
Wir stellen 3 Projekte vor, die OpenAI Kundschaft abjagen könnten:

Metas Code-Assistent wird Open-Source

Meta will ein Tool lancieren, das Entwicklern bei der automatischen Erzeugung von Programmcode unterstützt. Das Modell wird Code Llama heissen und soll als Open-Source-Lösung in Kürze auf den Markt kommen. Dies sagten zwei mit dem Projekt vertraute Personen zu 'The Information' (Paywall).
OpenAIs Code, dem Microsofts Copilot zugrunde liegt, ist hingegen geschlossen und nur über Github oder eine kostenpflichtige API zugänglich. Allein Copilot soll indes 27'000 zahlende Firmenkunden zählen. Diese könnten nicht nur aus finanziellen Gründen abwandern, sondern auch, weil der Open-Source-Ansatz den Quellcode von Firmen besser schützen könnte. Schliesslich ist nicht klar, wie OpenAI seine Modelle trainiert und ob die Firma Daten abgreift.
Meta wiederum profitiert von der Verbreitung von Code Llama nicht nur durch den Druck auf die Konkurrenz. Je mehr Entwickler das Modell nutzen, desto eher können Sicherheitslücken und Fehler entdeckt und Code Llama verbessert werden. Die Entwickler von Meta würden dabei ebenfalls profitieren, da sie laut Konzern das Modell selbst nutzen.

OpenAI-Partner Microsoft geht fremd

Für OpenAI droht aber noch mehr Konkurrenzdruck. Und zwar von einem direkten Verbündeten. Microsoft setzt neu für KI-Tools auch auf Databricks, das sich als direkter Mitbewerber von Sam Altmans Firma positioniert hat. Die Redmonder wollen demnächst damit beginnen, Databricks-Services über Azure zu verkaufen. Diese sollen Firmen helfen, eigene KI-Modelle zu entwickeln oder Tools auf Open-Source-Basis zu bauen. Das sagten mit den Vorgängen vertraute Personen ebenfalls zu 'The Information' (Paywall).
Laut diesen entwickelt Microsoft mit OpenAI-Technologie derzeit einen Chatbot, der technisch weniger versierten Kunden helfen soll, die Databricks-Tools zu benutzen. Die Kundschaft könnte dem Chatbot in einfachen Worten erklären, welche Art von Anwendung sie erstellen möchten. Für Microsoft könnte dies dazu beitragen, Cloud-Dienste an mehr Unternehmen zu verkaufen. Im Wettkampf mit AWS dürfte der KI-Boom durchaus ein Verkaufsargument sein.

Google will mit Gemini die Einzigartigkeit

Auch Google versucht im KI-Geschäft Boden gutzumachen. Alphabet-CEO Sundar Pichai hat dazu Führungsleute aus Deepmind und Google Brain in einem grossen Team zusammengezogen, das im Herbst eine Reihe grosser Machine-Learning-Modelle lancieren könnte. Das Projekt "Gemini" (dt. Zwillinge) soll Google in die Lage versetzen, Dinge zu erzeugen, die die anderen nicht können, wie eine involvierte Person sagte.
Gemini soll nicht nur Konversationen führen können, sondern die mit der Erzeugung von Bildern kombinieren, ähnlich wie Midjourney oder Stable Diffusion. Zudem sollen die Modelle bei der Analyse von Diagrammen, der Erstellung von Grafiken mittels Spracheingabe sowie der Steuerung von Software hilfreich sein. Das Modell könnte schon dieses Jahr App-Entwicklern vorgestellt werden, wie 'The Information' (Paywall) berichtet.

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