Millionen-Kopfgeld auch für Chefs der Alphv-Bande

19. Februar 2024 um 13:16
  • security
  • Ransomware
  • cybercrime
  • alphv
  • Justiz
image
Illustration erstellt durch Inside IT mit Midjourney

Nach Hive nimmt die US-Regierung eine weitere Ransomware-Bande ins Visier. Sie hatte in der Schweiz unter anderem Bernina attackiert.

Die US-Regierung versucht, durch sehr hohe Kopfgelder Hinweise auf die Identität und den Aufenthaltsort von Mitgliedern von Ransomware-Banden zu erhalten. Vor zwei Wochen lobte sie eine Belohnung von bis zu zehn Millionen Dollar für Hinweise auf die Chefs des Cyberkriminellen-Netzwerks Hive aus. Bis zu fünf Millionen Dollar werden für Hinweise versprochen, die zu Verhaftung von anderen Bandenmitgliedern führen.
Genau die gleichen Summen gibt es nun für Leute, die Hinweise auf Mitglieder der Gruppierung Alphv alias Blackcat geben können. Auch hier bis zu zehn Millionen für Personen in "Schlüsselpositionen" und bis zu fünf Millionen für andere Personen, die bei Attacken mit Varianten der Alphv-Ransomware beteiligt waren, schreibt das Department of State.
Mit dieser Ransomware sind laut dem FBI in den vergangenen Jahren mehr als 1000 Unternehmen angegriffen worden. Polizeibehörden haben in den letzten Monaten einige Aktionen durchgeführt, welche die Bande schwächen sollten. Im letzten Dezember gelang es, einige ihrer Darkweb-Seiten lahmzulegen. Gleichzeitig konnte das FBI einen Entschlüssler entwickeln, der an rund 100 Opfer verteilt wurde.
Das FBI arbeitete zudem mit Polizeibehörden aus Grossbritannien, Australien, Deutschland, Spanien und Dänemark zusammen, um die IT-Infrastruktur der Bande lahmzulegen. Verhaftungen sind aber bisher noch keine bekannt gegeben worden. Aktuell bekennen sich die Cyberkriminellen weiterhin zu neuen Attacken.
Die Alphv-Gruppe hat auch in der Schweiz Behörden und Unternehmen angegriffen. Durch einen erfolgreichen Angriff auf den VBS-Zulieferer Ultra Intelligence & Communications konnte sie bespielsweise Daten des Verteidigungsdepartements abgreifen. Anfang 2024 veröffentlichten sie die Daten im Darknet. Im Frühjahr 2023 traf es den Nähmaschinenhersteller Bernina und den Finanzdienstleister Finaport.
Irgendwie ironisch: Wer dem FBI Informationen geben will, kann dies auch anonym über eine Adresse im Darknet tun.

Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

Schweizer Anwaltskanzlei schildert Reaktion auf Cyberangriff

Die Kanzlei reagierte rasch. Hinter dem Angriff steckt eine in der Schweiz noch kaum bekannte Ransomware-Bande.

publiziert am 16.7.2026
image

Security-Fachleute misstrauen KI – mehr oder weniger

KI kann die Effizienz erhöhen, aber manche fühlen mehr Stress als früher.

publiziert am 15.7.2026
image

SAP schliesst 20 Sicherheitslücken

Der Softwarekonzern hat in Kooperation mit Sicherheitsspezialisten mehrere Löcher in seinen Geschäftsanwendungen gestopft. Vier davon sind als besonders kritisch eingestuft.

publiziert am 15.7.2026
image

Microsofts Monster-Patch-Tuesday

Der Software-Riese will diesen Monat nicht weniger als 622 Sicherheitslücken in seinen Produkten schliessen.

publiziert am 15.7.2026