Mistral AI investiert Milliarden in schwedisches Rechenzentrum

12. Februar 2026 um 12:00
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Arthur Mensch, CEO Mistral AI (l.), und Peter Michelson, CEO Ecodatacenter. Foto: Ecodatacenter

Die französische Firma partnert mit Ecodatacenter, um ein Rechenzentrum in Schweden zu bauen. Mit diesem will Mistral die europäische Nachfrage nach souveränen Infrastrukturen bedienen.

Mistral investiert 1,2 Milliarden Euro in die digitale Infrastruktur Schwedens. Diese langfristigen Investitionen beinhalten den Bau eines Rechenzentrums in Borlänge, wie die französische Firma gestern auf Linkedin meldete. Der Bau des Rechenzentrums wird in Partnerschaft mit dem schwedischen Unternehmen Ecodatacenter durchgeführt.
Mistral investiere zum ersten Mal ausserhalb von Frankreich in KI-Infrastruktur, heisst es in einer separaten Mitteilung von Ecodatacenter. Die Partnerschaft zwischen Mistral und Ecodatacenter ziele darauf ab, einen vollständig europäischen KI-Stack bereitzustellen. Die Daten sollen auf den Servern in Borlänge verarbeitet und gespeichert werden.
Ecodatacenter hat bereits 2025 mit den Bauarbeiten für das Rechenzentrum begonnen. Die erste Phase soll voraussichtlich Mitte 2027 abgeschlossen sein. Das Areal mit 200 Quadratkilometern befindet sich am Fluss Dalaälven, so dass für Kühlung, Integration mit Heizkraftwerken und Nähe zu Wasserkraftwerken gesorgt ist. Die nötige Energie stamme zu 100% aus nachhaltigen Energiequellen. Komplett souverän europäisch ist das Rechenzentrum aber doch nicht: Für die Rechenpower ist Mistral auf Nvidia GPUs angewiesen.

Europäische Nachfrage führt zu steigenden Umsätzen

Mit diesem Schritt positioniert sich Mistral AI weiterhin als grosser europäischer Anbieter von KI. Dies zeigt auch die Nachfrage von europäischen Unternehmen. Arthur Mensch, CEO von Mistral AI, erwähnte gegenüber der 'Financial Times' (Paywall), dass rund 60% der Einnahmen aus dem europäischen Markt stammen, der Rest aus den USA und Asien. Die Bereitstellung von souveräner KI-Infrastruktur für europäische Kunden sei für Mistral AI oberste Priorität, so Mensch.
In diesem Kontext stehen auch die Investitionen in das Rechenzentrum in Schweden. "Es handelt sich eigentlich um ein recht vorhersehbares Geschäft, daher besteht grosses Interesse daran, die Infrastrukturinvestitionen zu finanzieren", sagte Mensch. Die europäischen Kunden haben sicherlich zu den steigenden Umsätzen von Mistral beigetragen, die dem CEO zufolge um das Zwanzigfache angestiegen sind.
Im letzten Jahr konnte Mistral 1,7 Milliarden Euro in einer Finanzierungsrunde der Serie C einsammeln. Diese wurden vom Halbleiterhersteller ASML angeführt. Die leicht verfügbare Fremdinanzierung bedeute, das Mistral AI in diesem Jahr keinen Börsengang durchführen müsse, so der CEO. Obwohl dies eine Möglichkeit sei, die "wir für die nächsten Jahre im Auge haben, um unsere Unabhängigkeit auf lange Sicht zu gewährleisten", sagte Arthur Mensch.


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