Die Mozilla Foundation will sich neue Erlösquellen erschliessen. Dafür soll einerseits in datenschutzkonforme Onlinewerbung und andererseits in KI-Anwendungen investiert werden, kündigte Präsident Mark Surman auf dem Mozilla-Blog an. Zugleich betonte er, dass die neuen Initiativen dazu dienten, das Kernprodukt Firefox zu stärken.
Die grösste Einnahmequelle der Stiftung sei der Webbrowser. Unter anderem zahle Google für die Einbindung der Standardsuchmaschine in Firefox. Weitere Erlöse stammten von Werbetreibenden, die sich das Tracking der Nutzenden Geld kosten lassen. Mozilla wolle nun mithilfe der Technologie des 2024 zugekauften Startups Anonym die Merkmale der Websitebesucher von den personenbezogenen Daten trennen. So bekämen Werbekunden immer noch relevante Informationen, könnten aber nicht mehr auf die einzelnen Nutzenden schliessen, führt Surman aus.
Neue Geschäftsmodelle, neue Führung
Mit einem quelloffenen KI-Modell wolle Mozilla sein Portfolio diversifizieren, so der Präsident. Die Entwicklung solle mittelfristig die Relevanz der Produkte und Technologie sichern. "Wir müssen sowohl das Gute im Web verteidigen als auch die Geschäftsmodelle und die Technologie des KI-Zeitalters in eine bessere Richtung lenken", schreibt er.
Parallel zur technologischen Neuausrichtung vollzieht Mozilla auch einen Wechsel im Management. Unter anderem tritt Mitgründerin Mitchell Baker von ihren Posten als Vorstandsvorsitzende zurück, so Surman. Die Stiftung schaffe ein neues Führungsgremium, in das Nicole Wong neu berufen wird. Sie war zuvor bei Google und Twitter tätig. Weiter würden Kerry Cooper, ehemalige Führungskraft bei Walmart, und Raffi Krikorian von der Investmentfirma Emerson Collective Einsitz in das Gremium nehmen. Surman übernimmt hier den Vorsitz.