Musk streicht Tool zur Bekämpfung von Fake News

10. Oktober 2023 um 12:16
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Elon Musk als Medienmogul. Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Midjourney

Während in Israel und der Ukraine Krieg herrscht, weiss der Twitter-Käufer nichts Besseres, als ein Tool zu streichen, das die Verbreitung von Desinformation unterbindet.

Twitter, das neuerdings X heisst, findet die Erkennung von Fake News nicht mehr so wichtig. Nicht nur hat das Unternehmen die Zahl der Mitarbeitenden drastisch zusammengestrichen, die gegen die Verbreitung von Falschinformationen vorgingen. X beziehungsweise dessen Besitzer Elon Musk hat nun auch ein Tool aussortiert, das bei der Erkennung von Fake News half. Das berichtet das Online-Magazin 'The Information' (Paywall).
Dem Bericht zufolge konnte das Tool erkennen, wenn verschiedene Konten dieselben oder ähnliche Medien teilten. Diese Identifikation sei wichtig, um koordinierte Desinformationskampagnen als solche zu erkennen, heisst es weiter. Das ist in Zeiten, in denen in der Ukraine und in Israel schwere Kriege toben, kritisch. Darüber hinaus stehen im kommenden Jahr mehr als 50 grosse Wahlen an, darunter die Europawahlen im Juni und die US-Kongress- und Präsidentschaftswahlen im November 2024.

Musk will Geld sparen

Den aussortierten Dienst namens Smyte hat Twitter im Jahr 2018 eingekauft. Die damalige Mitteilung des Konzerns mit dem Titel "Continuing our commitment to health" ist noch online zu finden. Darin schrieb das Unternehmen, es sei bestrebt, "der öffentlichen Diskussion zu dienen". Twitter sei für Missbrauch, Belästigung, Troll-Armeen, Manipulation durch Bots und Fehlinformationskampagnen ausgenutzt worden und das wolle man stoppen, schrieb der damalige CEO Jack Dorsey.
Die Schliessung des Diensts erfolge aus Kostengründen, heisst es bei 'The Information'. Sie sei nötig geworden, weil viele Tools, die vormals in der Google Cloud liefen, auf eigene Server gezügelt worden seien.

Zahlende Nutzer verbreiten mehr Fake News

Die Reduktion des Teams und die Streichung von Smyte würden dazu führen, dass Desinformationskampagnen auf X florieren, sagte Alex Samos, Direktor der Stanford Internet Observatory und ehemaliger Sicherheitschef von Facebook, zum US-Magazin. Auffällig dabei sei, dass viele der Accounts, die Fake News verbreiten, den Premium-Dienst von X abonniert hätten.

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