Musks Chatbot heisst Grok

6. November 2023 um 08:29
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Midjourney

Noch steht die neue Künstliche Intelligenz nur für wenige User zur Verfügung. Auffällig ist die Verknüpfung des Diensts mit Twitter.

Elon Musk macht ChatGPT mit einem eigenen Chatbot Konkurrenz. Wie angekündigt wurde die KI namens Grok am Wochenende vorgestellt. Sie ist zunächst aber nur für einige Nutzer in den USA verfügbar. Das Verb "grok" ist eine Erfindung des Science-Fiction-Autors Robert A. Heinlein, der es in seinem 1961 erschienenen Roman "Stranger in a Strange Land" verwendete. Es bedeutet "verstehen".
Das Besondere am Chatbot sei, dass er direkten Zugriff auf aktuelle Informationen von Twitter beziehungsweise X habe, erläuterte das Start-up X.ai. Grok beantworte auch "pikante" Fragen, die von den meisten anderen Systemen auf Basis Künstlicher Intelligenz abgelehnt würden. Als Voraussetzung müssen Nutzer Abo-Kunden von Musks Online-Plattform X sein – und zwar in der teuersten Stufe, die 14 Franken pro Monat kostet.

Grok könnte diskriminierend sein

Musk, der selbst politische Ansichten der amerikanischen Rechten vertritt, hält anderen Tech-Unternehmen schon lange vor, sie seien aus seiner Sicht zu politisch korrekt und schränkten die Redefreiheit ein. Nach der Übernahme von Twitter lockerte er die Regeln für von der Plattform tolerierte Äusserungen. Da viele Unternehmen ein negatives Umfeld für ihre Marken befürchten, halbierten sich die Werbeerlöse von Twitter und X nach der Übernahme.
Viele Experten sehen die Gefahr indes genau umgekehrt und warnen davor, dass KI-Systeme wie Chatbots zu leicht in rassistische, homophobe oder anderweitig diskriminierende Äusserungen verfallen können. Das kann zum Beispiel an der Fülle der Daten liegen, mit denen sie angelernt werden.

Absichten infrage gestellt

Musk warnt schon seit Jahren, Künstliche Intelligenz könne gefährlich für die Menschheit werden. Im Frühjahr gehörte er zu den Unterzeichnern eines offenen Briefes, in dem dazu aufgerufen wurde, die Entwicklung von Software mit Künstlicher Intelligenz für ein halbes Jahr zu pausieren, um in dieser Zeit einen Regulierungsrahmen zu schaffen.
Seine Absichten wurden allerdings schnell infrage gestellt, nachdem die Runde machte, dass ungefähr zur gleichen Zeit seine eigene KI-Firma X.ai gegründet wurde. Der Chatbot Grok wurde nach Angaben des Unternehmens binnen etwa vier Monaten entwickelt. Zu der Vision von X.ai sagte Musk zuvor unter anderem, die Software solle das Wesen des Universums verstehen.

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