Nächste Untersuchung zum Microsoft-Activision-Deal

24. November 2022 um 11:04
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Foto: Onur Binay / Unsplash

Nach der EU und Grossbritannien schaut sich wohl auch die ameri­ka­nische Federal Trade Commission die Milliardenübernahme des Spielestudios genauer an.

Anfang Jahr sorgte Microsofts grösste Übernahme aller Zeiten für Schlagzeilen: Die Redmonder wollen den Spieleentwickler Activision-Blizzard zu einem Gesamtpreis von knapp 69 Milliarden Dollar über­nehmen. Damit soll die Markt­position im Bereich Gaming deutlich gestärkt werden. Populäre Computer­spiele wie "Call of Duty", "Overwatch" oder "Candy Crush" wären damit jedoch in der alleinigen Hand von Microsoft.
Die Bestrebungen riefen diverse Kartellwächter auf den Plan. Sowohl in der EU als auch in Grossbritannien wird befürchtet, dass die Übernahme wettbewerbswidrig ist und die Konkurrenz vom Zugang zu gewissen Spielen ausgeschlossen werden könnte. Bei Microsoft wird dieser Behauptung allerdings widersprochen. Mit der Übernahme von Activision Blizzard sollen vorrangig die eigenen Mobile-Bestrebungen verstärkt werden, heisst es von Unternehmen.
Um diesen Standpunkt zu untermauern, liess sich Microsoft auch zu einem Zugeständnis gegenüber Sony durchringen. Der Konkurrent sagte gegenüber der britischen Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA), dass der Deal eine "Bedrohung für eine Branche darstellt, die von Hunderten von Millionen Verbrauchern genutzt wird". Um dem ent­gegen­zu­wirken hat Microsoft nun aber zugesichert, dass das Computerspiel "Call of Duty" auch nach der geplanten Übernahme noch für mindestens 10 Jahre auf der Spielkonsole von Sony angeboten werden soll.

Untersuchung auch in den USA

Die Argumente aus Redmond scheinen aber nicht wirklich zu ziehen. Wie 'Reuters' schreibt, soll nun auch die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) eine Kartellklage gegen die Übernahme in Betracht ziehen. Dafür müssen die 4 Kommissare der FTC allerdings erst noch über eine Beschwerde abstimmen oder sich mit den Anwälten der Unternehmen treffen, so der Bericht. Die Mitarbeitenden der FTC, die das Geschäft prüfen sollen, seien jedoch skeptisch gegenüber den Argumenten von Microsoft, so eine mit der Angelegenheit vertraute Person.
Ebenfalls kämpferisch zeigt sich Activision Blizzard: "Wir sind entschlossen, weiterhin mit den Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt zusammen­zu­arbeiten, um die Übernahmen zu ermöglichen, werden aber nicht zögern, die Transaktion zu verteidigen, wenn es nötig ist", sagte ein Sprecher. Jegliche Andeutungen, dass der Deal zu wettbewerbswidrigen Effekten führen könnte, seien "völlig absurd", fügte er hinzu.

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