'New York Times' verklagt OpenAI und Microsoft

3. Januar 2024 um 14:33
  • technologien
  • künstliche intelligenz
  • openai
  • medien
image
Urheberechtsverletzung oder nicht? Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Midjourney im Stil von Banksy

Die grosse amerikanische Zeitung hofft auf Schadensersatz in Milliardenhöhe.

Als erste grosse amerikanische Zeitung hat die 'New York Times' die Software-Unternehmen OpenAI und Microsoft wegen ihres KI-Chatbots ChatGPT verklagt. Das Blatt wirft den Firmen vor, dass sie Wissen aus Millionen Artikeln benutzt haben, um ChatGPT zu füttern und damit auf Kosten der 'New York Times' ein Geschäft aufgebaut haben.
Wenn jemand ChatGPT beispielsweise zu aktuellen Ereignissen befrage, generiere die Chat-KI oft "wortwörtliche Auszüge" aus Artikeln der 'Times' heisst es in der Klageschrift. Diese Artikel seien aber für zahlende Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Man anerkenne das Potenzial von generativer KI für den Journalismus, aber journalistisches Material dürfe nur mit der Erlaubnis der Urheber für kommerzielle Zwecke benutzt werden. Ziel der Klage sei es, Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe geltend zu machen.

Viele Klagen, noch keine Entscheidungen

Dies ist nicht die erste Klage wegen Urheberrechtsverletzungen gegen OpenAI, Microsoft und andere Entwickler von generativen KI-Systemen. Im Zentrum steht immer der Vorwurf, dass urheberrechtlich geschütztes Material nicht nur dazu verwendet werde, um die Systeme zu trainieren, sondern dass die Systeme auch Inhalte kreieren, die schwer vom ursprünglichen Material zu unterscheiden sind.
Im November 2022 startete eine Reihe von Softwareentwicklern eine Sammelklage gegen den Github-Besitzer Microsoft. Sie werfen dem Softwareriesen vor, dass der "Copilot" in Github Teile ihres urheberrechtlich geschützten Codes verwendet habe, um Code für andere Userinnen und User zu schreiben.
Im Januar 2023 lancierten 3 Künstlerinnen Klagen gegen Stability AI, Midjourney und die Künstlerplattform Deviantart. Kurz darauf folgte die Bildagentur Getty Images mit einer eigenen Klage gegen Stability AI, den Entwickler des Bildgenerierungssystems Stable Diffusion.
Im Juli 2023 reichten 3 Autorinnen und Autoren Sammelklagen gegen OpenAI und Meta ein. Bei Meta geht es dabei um das Sprachmodell Lllama. Darauf folgte im September 2023 eine Gruppe von Schriftstellern und Schriftstellerinnen, darunter der Thriller-Autor John Grisham und George RR Martin, der Schöpfer der literarischen Vorlage für "Game of Thrones", mit einer weiteren Klage gegen OpenAI und Microsoft.
Laut einer Zählung der 'BBC' sind momentan 9 Gerichtsfälle dieser Art hängig. Aber die Mühlen der Justiz mahlen langsam: Noch wurde über keinen dieser Fälle entschieden.
(Mit Material von Keystone-sda)

Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

Seco mietet sich in RZ von NTS ein

Das Staatssekretariat für Wirtschaft schliesst ein eigenes Rechenzentrum. Zum Preis von 10,8 Millionen Franken wird ins RZ "Colobern Nord" gezügelt.

publiziert am 8.10.2026
imageAbo

Huawei-Hardware kostet die ETH 7,6 Millionen

Die Hochschule erneuert ihre Wlan-Komponenten des Herstellers Huawei. Cancom erhält den Lieferauftrag.

publiziert am 7.10.2026
imageAbo

Aussendepartement ersetzt IAM-Lösung

Das Departement sucht eine Nachfolge-Software für den Microsoft Identity Manager. 2027 soll mit der Ablösung begonnen werden.

publiziert am 6.10.2026
image

OpenAI stellt Mitarbeitende fristlos vor die Tür

Wer sensible interne Informationen preisgibt, riskiert beim ChatGPT-Entwickler den Job. Nach dem Regelverstoss mussten zwei Sicherheitsforscher und ein Programm-Manager gehen.

publiziert am 2.10.2026