Ab 2025 stellt Meteoschweiz seine Daten kostenlos als Open Government Data (OGD) zur Verfügung. In einem Github-Repository beschreibt das Bundesamt die geplanten OGD-Datensätze und stellt Beispieldaten zum Download zur Verfügung. In einem Blogbeitrag ruft es nun Interessierte auf, Feedback zu den Datensätzen und deren Organisation zu geben.
Meteoschweiz erhebt unter anderem Echtzeitdaten zu Niederschlägen, Temperatur- und Pollenmessdaten, Klimaentwicklungen. Beispielsweise Softwareentwickler können diese künftig nutzen, um eigene Applikationen zu entwickeln. Die Informationen sind aber auch für andere Anwender von Interesse. Etwa könnten die Daten genutzt werden, um die Luftqualität einer bestimmten Stadt zu analysieren oder die Temperaturentwicklung einer Gemeinde über die Jahre hinweg grafisch darzustellen.
Bundesgesetz sieht OGD vor
Die Allgemeinheit könne voraussichtlich ab Anfang 2025 die allermeisten Daten gebührenfrei beziehen, schreibt Meteoschweiz.
Die Grundlagen dafür wurden mit dem Bundesgesetz über den Einsatz elektronischer Mittel bei Behördenaufgaben (Embag) festgelegt. Behörden, die dem Embag unterstehen, müssen die Daten, die sie für ihre gesetzlichen Aufgaben sammeln oder erstellen, kostenlos für die freie Verwendung zugänglich machen.
Profitieren vor allem Google und Co.?
Der kostenlose Zugang zu den Daten ist nicht unumstritten. Es sei richtig, dass der Bund diese qualitativ hochstehenden und wertvollen Daten im Sinne des Service public für die Innovationsförderung, die Forschung und die Entwicklung zur Verfügung stelle, schrieb SP-Nationalrätin Jacqueline Badran 2019 in einem Postulat. Aber von einer vollständigen und bedingungslosen Freigabe aller Daten würden die Falschen profitieren.
Die Politikerin sah besonders die grossen Digital-Konzerne wie Google, Apple und Microsoft im Vorteil, die beispielsweise ihre Geo- oder Wetterdienste deutlich verbessern könnten. Die Tech-Giganten könnten mit neuen Anwendungen inländische KMU und Startups ihrer Marktchancen berauben, was dem OGD-Ziel zuwiderlaufen würde, hiess es im Postulat.
Die Datenerhebung sei äusserst teuer und sollte von rein
kommerziellen Nutzenden teilweise refinanziert werden. Badran forderte deshalb, dass der Bundesrat ein Zulassungssystem prüft, mit dem KMU und Startups niederschwellig Daten kostenlos erhalten würden.
Der Bundesrat kam allerdings zum Schluss, dass ein solches System zahlreiche praktische Herausforderungen mit sich bringen würde. Ausserdem würde es bestimmte wirtschaftliche Akteure gezielt diskriminieren. Um den gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen zu maximieren, sei eine nichtdiskriminierende und kostenlose Veröffentlichung der Verwaltungsdaten in Form von Open Government Data der optimale Ansatz, so die
Bilanz des Bundesrats. Das wurde dann auch im Gesetz verankert.
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