Post: Digitaler Brief ist sicherer als E-Mail

31. März 2026 um 13:36
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Illustration: Erstellt durch Inside IT mit Le Chat

Ab morgen gehört der digitale Brief zur Grundversorgung für alle.

Der digitale Brief gehört ab Mittwoch zur Grundversorgung der Post. Alle Kundinnen und Kunden der Post können dann auf Wunsch digitale Briefe verschicken und empfangen. Wer das nicht möchte, kann den Brief auch weiterhin vom Pöstler oder der Pöstlerin erhalten. Die Nutzung des neuen Angebots ist freiwillig und der Empfang kostenlos.
Der Bundesrat hatte im Dezember 2025 beschlossen, digitale Briefe zum Teil der Grundversorgung zu machen. Daher muss sie die Post anbieten, die Nutzung ist aber freiwillig. Die Post wird künftig ein hybrides Zustellsystem betreiben, also Briefe sowohl digital als auch physisch zustellen.
Erstmals seit 177 Jahren werde ein digitales Produkt Teil der Grundversorgung, sagte Nicole Burth, Leiterin Digital Services Post, im Mediengespräch in Bern. "Das ist ein historischer Moment". Diese Art der formellen Kommunikation sei eine einheitliche, sichere Dienstleistung für alle, denn der E-Mail-Versand sei kein guter Weg, um sensible Daten auszutauschen. Zudem entspreche dies einem Bedürfnis der Schweizer Bevölkerung.
Beim digitalen Brief seien Absender und Empfänger verifiziert, und der Versand erfolge an eine postalische Adresse. Zusätzlich hätten die Briefe ein digitales Siegel. "Man weiss, wer dahinter steckt", so Burth weiter. Bereits würden vier Kantone und mehrere Gemeinden digitale Briefe nutzen. Das Vertrauen auf Behördenebene wachse, da das Produkt nun zur Grundversorgung gehöre.
Die Post reagiert laut eigener Aussage mit dem digitalen Brief auf die starke Zunahme bei den digitalen Services: 4,5 Millionen Sendungen wurden 2025 digital verschickt, was gemäss Post einer Zunahme von 60% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies reiche jedoch noch nicht für die Profitabilität. Momentan bedeute das Produkt ein Investment: "Das Ziel ist, dass wir damit profitabel werden", sagte Burth.

Unterschiedliche Kosten

Wer keine digitalen Briefe empfangen will, erhält weiterhin physische Briefe vom Pöstler. In diesem Fall produziert die Post aus elektronisch aufgegebenen Sendungen physische Briefe und befördert diese auf dem traditionellen Postweg. Die physische Zustellung im Briefkasten beinhaltet die Kosten für Druck, Papier, Porto und Couvert. Sie kostet für B-Post 1,45 Franken, und für A-Post 1,65 Franken.
Ein Zusatzangebot ist der Erhalt von physisch aufgegebenen Briefen in digitaler Form. Dafür würden die Briefe in einem Zentrum "unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen" gescannt, ein Grossteil davon maschinell, hiess es. Das Scannen sei aber nicht Teil der Grundversorgung, sondern ein Zusatzangebot, das für 9.90 Franken monatlich erworben werden könne. Nach 30 Tagen würden gescannte Briefe oder Postkarten gelöscht.
Die digitalen Briefe können per Post-App via Smartphone, E-Post-Plattform oder Anbindung an eine bestehende Software verschickt werden. Dafür lade man zum Beispiel eine PDF-Datei hoch. Der Versand kostet 40 Rappen, bei Zusatzdiensten, wie einer Zustell- oder Abrufbestätigung, mehr. Die digitale Post erhält einen Zeitstempel und landet dann digital in der Post-App – oder eben auf Wunsch im realen Briefkasten.

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