Alles anders im Mobilfunkmarkt

17. Juni 2009, 13:25
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BloggingToms Woche im Cyberspace LXXXI

BloggingToms Woche im Cyberspace LXXXI
Im Mobilfunkmarkt funktioniert alles ein bisschen anders. So hat etwa die Swisscom in den letzten Tagen ihre liebe Mühe damit, zu erklären, wieso sie das sogenannte Tethering mit Apples iPhone OS 3.0 nicht anbieten kann. Mit Tethering - wohlgemerkt eine Funktion, die jedes bessere Handy seit Jahren unterstützt - lässt sich das Handy mit dem Computer verbinden und funktioniert dann als Modem für den Internetzugang. Nur: Swisscom-Kunden können dieses Tethering, im Gegensatz zu Orange-Kunden, vorerst nicht nutzen. Die Swisscom erklärt dazu, dass man "zuversichtlich sei", die Funktion schon bald anbieten zu können. Es bedürfe aber noch Verhandlungen mit Apple, um Tethering freischalten zu können.
iPhone-Fans vermuten dahinter eine Taktik des Konzerns, den Usern ein Zusatz-Datenabo zu verkaufen. Auf den ersten Blick ist dies zwar nicht ganz abwegig. Trotzdem spricht vieles dafür, dass es sich dabei nicht um eine Marketing-Aktion von Swisscom handelt. Wieso sollte man sich gegenüber Mitbewerber Orange denn schlechter stellen? Und überhaupt: Wieso sollte man Tethering ausgerechnet beim iPhone verbieten, wenn es mit vielen anderen Handys doch seit Jahren problemlos funktioniert?
Die Lösung der Tethering-Problematik dürfte also wohl eher bei Apple liegen. Der Konzern ist schliesslich bekannt dafür, gerne alles ein bisschen mehr unter Kontrolle zu haben (und da und dort noch den einen oder anderen Obulus von den Carriern zu kassieren). Immerhin können sich Swisscom-Kunden mit iPhone trösten: Auch in den USA bietet AT&T Tethering erst zu einem späteren Zeitpunkt an. Wer trotzdem nicht ohne Swisscom-Tethering leben kann, findet hier eine Anleitung, wie die Funktion trotz der Querelen aktiviert werden kann.
Für rauchende Köpfe auf Telecom-, als auch auf Kundenseite sorgen jeweils auch die Preise der neuen Handys für Bestandskunden. Auch bei der dritten Generation der iPhones ist das nicht anders. Kunden monieren, dass sie sich das neue Handy teuer erkaufen müssten, weil sie doch noch mitten in einem Zweijahresvertrag stecken, den sie notabene abgeschlossen haben, um verbilligt an das letztjährige iPhone zu kommen. Natürlich sind auch daran die Konzerne schuld, schliesslich kommen die ihren "guten Kunden" zu wenig entgegen.
Nur: Wieso mokiert sich keiner beim Autohändler um die Ecke, wo soeben die facegeliftete Version seines Autos gezeigt wird?
Und zum Schluss noch dies: Apple-Fans dürfen sich freuen - das iPhone-Betriebssystem macht schon bald Windows 7 Konkurrenz)

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