Apple erwirkt Verkaufsstopp für Samsungs Galaxy Tab 10.1

10. August 2011, 11:14
  • international
  • apple
  • samsung
image

Apple hat heute bei seinen Bemühungen, den Verkauf des iPad-Konkurrentprodukts Galaxy Tab 10.

Apple hat heute bei seinen Bemühungen, den Verkauf des iPad-Konkurrentprodukts Galaxy Tab 10.1 von Samsung in Europa auf juristischem Weg zu unterbinden, einen ersten Etappensieg erzielt.
Die Mac-Company konnte vor dem Landgericht Düsseldorf eine einstweilige Verfügung gegen den Verkauf des Samsung-Tablets erwirken. Der Gerichtsentscheid gilt mit sofortiger Wirkung zwar vorerst nur für Deutschland, könnte aber auch EU-weit bindend werden, zumal sich Apple mit dem Antrag auf Verkaufsverbot für Samsungs Tablet-PC an die Europäische Union gewandt hatte. Die von Apple gegen Samsung Deutschland und die koreanische Konzernzentrale erwirkte einstweilige Verfügung sieht bei Nichtbeachtung eine Busse von 250'000 Euro oder eine Ordnungshaft von bis zu zwei Jahren vor.
Ein Samsung-Sprecher hat gegenüber 'Chip Online‘ bestätigt, dass der Vertrieb des Galaxy Tab 10.1 (mit 10,1-Zoll-Display) damit bis zur Klärung der Vorwürfe in Deutschland vorerst verboten sei. Er wollte sich aber nicht näher dazu äussern. Samsung soll schon Berufung gegen das Urteil angekündigt haben. Ob das Verkaufsverbot sich auch auf die Schweiz erstrecken könnte, werde noch geprüft, teilte das Unternehmen dem 'Tagesanzeiger' mit.
Apple wirft Samsung vor, bei Smartphones und Tablets nicht nur das äussere Design, sondern auch Look & Feel der Benutzeroberfläche abgekupfert zu haben. In der ursprünglichen US-Klageschrift sprach Apple unter anderem auch von Patent- und Schutzrechtsverletzungen.
"Statt innovativ eigene Technologie und einen einzigartigen Samsung-Stil für seine Smartphone-Produkte und Computer-Tablets zu entwickeln, hat Samsung den Weg gewählt, Apples Technologie, Benutzeroberfläche und innovativen Stil zu kopieren“, zitiert das ‚World Street Journal‘ (WSJ) aus der Apple-Beschwerdeschrift.
Apple konnte bereits vorher erwirken, dass Samsung vollen Einblick in kommende Produkte wie das Galaxy S II und das Galaxy Tab 10.1 gewähren musste. Deswegen konnte Apple vor dem Launch in den USA gegen eine Reihe von Samsungs Smartphones und Tablets einen Verkaufsstopp erwirken.
Insgesamt hat Apple in elf Ländern Beschwerde gegen Samsung eingereicht, so neben Deutschland und den USA auch in Frankreich, Grossbritannien, den Niederlanden, in Japan, Südkorea und Australien. Im Land der Kängurus und Koalas hat Apple ebenfalls schon eine einstweilige Verfügung gegen den Verkauf des Galaxy Tab 10.1 erreicht, so dass die Koreaner den Produkt-Launch dort verschieben mussten.
Eigentlicher Auslöser für den erbitterten Streit ist der Erfolg des neuen iPhone-Killers Galaxy S II. Denn der hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich Samsungs Smartphone-Verkäufe innerhalb eines Jahres verfünffacht haben und der koreanische Riese im zweiten Quartal 2011 mit 17,5 Prozent Marktanteil bei Smartphones gerademal um einen Prozentpunkt hinter Apple lag und so zur echten Bedrohung für dessen Marktführerschaft wird. Die Sorge des Unternehmens aus dem kalifornischen Cupertino ist gross, dass sich das mit dem Galaxy Tab 10.1 als Konkurrenzprodukt gegen des iPad wiederholen könnte. (Klaus Hauptfleisch)

Loading

Mehr zum Thema

image

Deutsche Telekom wird T-Systems nicht los

Die Verhandlungen zum Verkauf der IT-Dienstleistungssparte sind laut einem Medienbericht gescheitert.

publiziert am 22.9.2022
image

RZ-Ausfälle kosten schnell mal mehr als 1 Million Dollar

Eine internationale Studie zeigt, dass die Betreiber auch im nachhaltigen Umgang mit Strom und Wasser noch Verbesserungs­potenzial aufweisen.

publiziert am 22.9.2022
image

Nach Angriff warnt Revolut vor Phishing-Kampagne

Bei einem Cyberangriff auf das Fintech-Unternehmen sollen sich Hacker Zugang zu zehntausenden Kundendaten verschafft haben. Revolut bestätigt den Abfluss von Daten.

publiziert am 22.9.2022
image

Abermals steht der Verkauf von DXC im Raum

Das Verkaufsgerücht ist aufgekommen, nachdem der IT-Dienstleister eine Investorenpräsentation Anfang des Monats abrupt abgebrochen hatte.

publiziert am 22.9.2022