AWS will auch Mainframe-Kunden in die Cloud hieven

1. Dezember 2021, 14:12
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Ein Managed Service soll es einfacher machen, Legacy-Systeme in die AWS-Cloud zu bringen. Und eine Partnerschaft mit Accenture die Cloud-Migration insgesamt beschleunigen.

Noch bis zum 3. Dezember findet die grosse AWS-Konferenz Reinvent statt. Damit gibt es auch eine Reihe von Neuigkeiten und Ankündigungen des Public-Cloud-Anbieters. 
Dazu gehört die Bekanntgabe einer vertieften Partnerschaft mit dem IT-Dienstleister Accenture. Die beiden Unternehmen wollen in den kommenden 5 Jahren gemeinsame Investitionen tätigen, um die Einführung von Cloud-Lösungen bei Kunden zu beschleunigen. Über die Accenture AWS Business Group könnten Kunden auf 20'000 Cloud-Spezialisten mit 24'000 AWS-Zertifizierungen zurückgreifen, heisst es in einer Mitteilung.
Accenture gab vor rund einem Jahr Investitionen in den Cloud-Bereich und die Schaffung einer "Cloud-First"-Einheit bekannt. Zu dieser Einheit gehören auch die rund 700 Mitarbeitenden des Schweizer IT-Dienstleisters Trivadis, der im Juli von Accenture übernommen wurde.
Durch die vertiefte Partnerschaft mit AWS soll diese Einheit nun noch mehr Schwung erhalten. Accenture wolle neue "Accelerators" entwickeln, um die Herausforderungen von Kunden bei Cloud-Migrationen angehen zu können, so das Unternehmen. Dazu gehörten etwa organisatorische Veränderungen bei den Anwenderfirmen sowie die Talentsuche und -Entwicklung.

Mainframe in die Cloud

Die Mainframe-Ablösung ist offenbar noch immer ein grosses Thema. Dem will sich nun auch AWS annehmen. Mainframes werden zwar schon seit Jahrzehnten in Branchen wie dem Bankwesen und dem Gesundheitswesen eingesetzt, sind aber komplex, teuer und schwer zu skalieren, sagte AWS-Chef Adam Selipsky an seiner Keynote. Hinzu kommen Herausforderungen bei der Verwaltung, da es immer weniger Ingenieure gibt, die sich mit der Technologie auskennen.
Mit dem Managed-AWS-Service Mainframe Modernization sollen Kunden ihre Workloads in die Cloud migrieren können – mit oder ohne Refactoring: Anwender könnten ihre Workloads, die für Mainframes in älteren Programmiersprachen wie Cobol geschrieben wurden, entweder in Java-basierte Cloud-Services umwandeln oder alternativ die Workloads wie geschrieben beibehalten und mit minimalen Codeänderungen auf AWS bringen, so das Unternehmen.
Mit beiden Varianten sollen Kunden schliesslich von den Vorteilen der Cloud – Kapazitätsbereitstellung, Monitoring, Skalierung – profitieren können.
Der Service beinhalte alle Entwicklungs-, Test- und Bereitstellungstools, die zur Automatisierung der Migration von Mainframe- und Legacy-Umgebungen zu AWS erforderlich seien, so die Ankündigung.

Roche setzt auf AWS

Im Rahmen der Veranstaltung vermeldete AWS mit der Roche-Gruppe einen Grosskunden aus der Schweiz. Der Pharmakonzern setze AWS-Technologien für einen Grossteil seiner Workloads ein. Mit AWS-Funktionen wie Machine Learning und High Performance Computing wolle Roche die Entwicklung von Medikamenten beschleunigen. Für die Medikamentenentwicklung müssen heutzutage grosse Datenmengen verarbeitet werden können.
Roche nutze unter anderem AWS-Analytics- und Datenbankservices wie Amazon Opensearch, um grosse Mengen unstrukturierter Daten durchsuchen, visualisieren und analysieren zu können.

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