Dr. Alfred Aho und Dr. Jeffrey Ullman erhalten den diesjährigen Turing Award. Dies teilt die Association for Computing Machinery, die weltweit grösste Gesellschaft von Informatikfachleuten, mit.
Sie erhalten den Preis, oft als "Nobelpreis der Informatik" bezeichnet, für ihre Arbeit an den grundlegenden Konzepten der Informatik und von Programmiersprachen, die den Umgang mit Computern für jedermann ermöglichen halfen.
Die US-Amerikaner Aho (79) und Ullman (78) halfen, den Compiler zu entwickeln und waren massgeblich an der Algorithmen-Entwicklung beteiligt.
Ullman, jetzt emeritierter Professor an der Stanford University, war auch wichtig für die Entwicklung der Sprachen und Konzepte, die Datenbanken steuern.
Aho wird für seine grundlegenden Algorithmen und die Theorie, die der Implementierung von Programmiersprachen zugrunde liegen, gewürdigt. Er war 30 Jahre in führender Funktion bei Bell Labs, wo UNIX, C, und C++ entwickelt wurden.
Zudem haben die beiden grundlegende Arbeiten publiziert, die bei der Entwicklung von Programmiersprachen für Quantencomputer auch heute noch genutzt werden.
Nicht zuletzt dokumentierten sie ihre Arbeit in Büchern wie den "Dragon Books" über Compiler Design, die zu Standardwerken wurden.
Ohne ihre Arbeit "wären wir nicht in der Lage, eine App für unsere Telefone zu schreiben", sagt Krysta Svore, eine Forscherin bei Microsoft, die mit Dr. Aho an der Columbia University studiert hat, wo er Vorsitzender des Fachbereichs Computerwissenschaften war. "Wir hätten nicht die Autos, die wir heute fahren", so Svore
in der 'New York Times' (Paywall).
Der Turing Award, benannt nach dem Computerpionier Alan Turing, wird seit 1966 vergeben und ist mit einer Million Dollar dotiert, die sich die beiden Akademiker, die 1967 begannen, gemeinsam bei Bell Labs zu arbeiten, teilen werden.
Auch Turing selbst erfährt aktuell
eine (späte) Würdigung seiner Grundlagen-Arbeiten: Grossbritannien widmet ihm eine neue Banknote.