Der deutsche Bechtle-Konzern übernimmt nun auch noch einen Logistik- und Marketing-Dienstleister. René Regez wird Nachfolger von Thomas Willenegger als COO der Operationen in der Schweiz.
Vergangenen November sprach Bechtle-Chef Ralf Klenk noch von einer "Konsolidierungsphase" des Konzerns in der Schweiz und nannte "organisches Wachstum" als Ziel. Nun - genau fünf Monate später ist alles wieder anders. Bechtle übernimmt René Regez' Bremgartner Coma Services AG. Coma erbringt mit etwa 100 Mitarbeitenden Dienstleistungen im Umfeld von Logistik / Reparatur / Service und Marketing. Man kann Vor-Ort-Service zu Coma auslagern, das Call-Center für Direct-Marketing benützen oder Coma als Retail-Besucher mieten. Coma bietet auch Logistik-Dienstleistungen und Gerätereparatur an. Coma beschäftigt zur Zeit etwa 70 Mitarbeitende und macht einen Umsatz von ungefähr 40 Millionen Franken. Der Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben.
Neben der Coma haben die Bechtles offenbar auch René Regez eingekauft. Der Mann, der 1998 mit dem Verkauf des Distributors Alltron an Raab Karcher reich wurde, schaffte es offenbar ein zweites Mal: Eine Firma aufzubauen und nach ein paar Jahren mit Gewinn zu verkaufen. Gleichzeitig mit dem Verkauf vom Coma heuert René Regez bei Bechtle an, wo er als Nachfolger von Sanierer Thomas Willenegger den Posten des COO für die Systemhausfamilie von Bechtle in der Schweiz übernimmt. Regez wird seine neuen Aufgaben ab Mai sukzessive von Gerhard Schick übernehmen, der sie interimistisch übernommen hatte.
Gemäss Bechtle Sprecher Martin Link hat Bechtle einmal mehr trotz anderslautender Strategie eine gute Gelegenheit beim Schopf gepackt. Coma passe gut zu Bechtle, zudem das Systemhaus Basel ja auch ein Kompetenzzentrum Printing betreibt, so Link. Passend dürfte aber vor allem sein, dass Bechtle die niederwertigen Services in der Schweiz konzentrieren will. Coma bietet sich mit 40 Service-Mitarbeitern an verteilten Standorten dafür an. Wie gut allerdings die Marketing-Services von Coma (Callcenter etc.) zu den Bechtles passen, wissen wir nicht.
Ebenfalls noch unbekannt ist für uns die Motivation von René Regez zum Verkauf seiner Firma. Denkbar ist aber, dass sich Regez aus der Abhängigkeit vom wichtigen Kunden Lexmark befreien wollte. (Christoph Hugenschmidt)