Berner Schulen brauchen für IT 2,68 Millionen zusätzlich

8. April 2021 um 11:20
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Die Stadt muss die Informatikplattform "base4kids2" überarbeiten und setzt tatsächlich auf gängige Office-Programme statt auf Open Source.

Um die Informatikplattform "base4kids2" an den Stadtberner Schulen zu überarbeiten, braucht es einen Nachkredit von 2,68 Millionen Franken. Das Stadtparlament wird voraussichtlich Anfang Juni darüber befinden.
Das Ziel der Stadt ist, dass ein Grossteil der Massnahmen auf Anfang Schuljahr 2021/2022 umgesetzt werden kann, wie der Gemeinderat in einer Mitteilung schreibt.
Die Schulinformatikplattform, für welche die Stimmbevölkerung 2018 einen Gesamtkredit von 24,5 Millionen Franken gutgeheissen hatte, wurde als nicht benutzergerecht und mit Funktionsmängeln versehen kritisiert. Als Konsequenz wird unter anderem die bisherige Open-Source-Software durch gängige Produkte wie Microsoft Word, Excel und Powerpoint abgelöst, wie der Gemeinderat bekanntgibt. Qualitativ mangelhafte Peripherie-Geräte wie Tastaturen oder Stifte werden ersetzt. Ausserdem kauft und mietet die Stadt weitere iPads für die Schulen.

"Zeichen des Goodwills der Stadt"

Heftig kritisiert wurde die Informatik-Plattform von Seiten der Schulen. Sie fanden, es sei zu wenig Praxiserfahrung eingeflossen. Das daraufhin ins Leben gerufene "Team Praxis" wird nun durch einen Fachausschuss abgelöst.
Für die Lehrpersonen gilt künftig, dass sie ergänzend zu den Tablets von "base4kids2" ihre eigenen Notebooks benutzen. Für deren Anschaffung haben sie alle zwei Jahre Anspruch auf einen Beitrag von 400 Franken. Als Zeichen des Goodwills verspricht die Stadt den Lehrpersonen rückwirkend 200 Franken Vergütung für bereits privat angeschaffte, beruflich genutzte Notebooks.

"Wir haben das Projekt unterschätzt"

Im Herbst 2019 erhielten die Kinder und Lehrkräfte in der Stadt Bern neue iPads und Zugang zur zentralen Plattform "base4kids2". Doch bald häuften sich die Klagen aus den Schulzimmern: Drucken sei fast unmöglich oder Geräte stellten von alleine ab. Lehrkräfte kritisierten die Open-Source-Lösung und sagten, so sei kein vernünftiger Unterricht möglich.
"Ich habe, wie auch andere Involvierte, das Projekt unterschätzt", räumte Bildungsdirektorin Franziska Teuscher schon 2020 ein. Ein externes Gutachten kam zum Schluss, dass die Situation zwar verfahren, aber nicht unlösbar sei.
Der Gemeinderat - die Berner Exekutive - entschied sich aufgrund dieser Erkenntnisse für eine personelle und organisatorische Neustrukturierung. Die Aufsichtskommission des Berner Stadtrats hat Mitte März beschlossen, das Schulinformatikprojekt "base4kids2" zu untersuchen.

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