Berner Stadtparlament bewilligt Nachkredit für Schul-IT

21. Mai 2021 um 09:00
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Das Projekt erhält nochmals über 2,5 Millionen Franken. Bis zum Schuljahr 2021/2022 soll es startklar sein.

Die Informatik-Plattform der Stadtberner Schulen soll endlich reibungslos funktionieren. Fast einstimmig hat der Stadtrat von Bern einen Nachkredit von 2,68 Millionen Franken gesprochen.
Sprecherinnen und Sprecher aller Fraktionen erinnerten aber nochmals daran, dass seit der Einführung von "Base4kids2" viel schief gelaufen und der Frust bei Lehrkräften und Schulkindern entsprechend gross sei.
Von "Debakel" war die Rede, von einer "bitteren Pille" und der "Chronik des angekündigten Scheiterns". Doch am Nachkredit führe kein Weg vorbei, befanden die Mitglieder des Parlaments.
Die Stimmbevölkerung hatte 2018 einen Gesamtkredit von 24,5 Millionen Franken für die Informatik-Plattform gutgeheissen. Doch "Base4kids2" erwies sich als nicht benutzergerecht und wies grosse Funktionsmängel auf. Nun wird die Plattform entsprechend überarbeitet.

MS-Office statt Open-Source-Software

So wird die Open-Source-Software durch gängige MS-Office-Produkte abgelöst. Qualitativ mangelhafte Peripherie-Geräte wie Tastaturen oder Stifte werden ersetzt. Ausserdem kauft und mietet die Stadt weitere iPads für die Schulen.
"Base4kids2" wurde im Herbst 2019 eingeführt. Von Beginn weg gab es Klagen aus den Schulzimmern: Drucken sei fast unmöglich, Geräte stellten von allein ab, Dokumente seien kaum zu bearbeiten. Genervte Lehrkräfte kritisierten, so sei kein vernünftiger Unterricht möglich.
Bildungsdirektorin Franziska Teuscher (Grünes Bündnis) gab schliesslich ein Gutachten in Auftrag. Dieses kam zum Schluss, dass die Situation zwar verfahren, aber nicht unlösbar sei. "Das Projekt war von Anfang ein unbefriedigender Murks", sagte Teuscher nun vor dem Parlament.
Die Berner Stadtregierung entschied sich darauf für eine personelle und organisatorische Neustrukturierung. Die Aufsichtskommission des Stadtrats beschloss überdies im März 2021, das Projekt zu untersuchen. Das Gremium will insbesondere die Ausschreibung und die Projektleitung unter die Lupe nehmen.

Teuscher gibt neuen Fahrplan bekannt

Nach dem Ja des Stadtrats vom Donnerstag, 20. Mai, hat Bildungsdirektorin Teuscher, heute Freitag den Fahrplan für die Inbetriebnahme der überarbeiteten Plattform bekannt gegeben.
Erste Praxistests sind laut Mitteilung von Teuschers Direktion am Laufen. Bis Ende 2021 sollen die Klassen der 5. und 6. Schuljahre eine Ausrüstung mit iPads erhalten. Vorgesehen ist ein Leasing für 1000 zusätzliche iPads. Für den Zyklus 3 werden 300 Notebooks gemietet, welche bis Ende Jahr zum Einsatz kommen und von den Informatikdiensten der Stadt Bern gewartet werden.
Für ihren Sondereinsatz sollen die Spezialistinnen und Spezialisten für Medien und Informatik an den Schulen als zusätzliche Entschädigung insgesamt rund 200'000 Franken erhalten.
Im Schulamt werde ab dem 1. Juli 2021 Patrick Gerber seine Stelle als neuer "Product Owner" antreten. Unterstützt werde er ab dem 1. September von einem Applikations-Verantwortlichen. Diese beiden würden eng mit dem neuen Fachausschuss Praxis zusammenarbeiten, so die Mitteilung.
Update 13.20 Uhr:  Der Artikel wurde um die Abschnitte zum neuen Fahrplan für das Projekt ergänzt.

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