Chinas ZTE lässt Tablets in Brasilien produzieren

6. Juli 2011, 12:37
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Es scheint schon etwas paradox zu sein, dass der chinesische Telekom-Ausrüster ZTE seine Produktion von Tablet-PCs im August 2011 in Brasilien startet, wo doch alle Welt nach China strebt.

Es scheint schon etwas paradox zu sein, dass der chinesische Telekom-Ausrüster ZTE seine Produktion von Tablet-PCs im August 2011 in Brasilien startet, wo doch alle Welt nach China strebt. Wie ZTE-Chef Hou Weigui nach einem Treffen mit Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff am Montag in Brasilia mitteilte, habe man sich mit lokalen Fabrikanten geeinigt, im August mit der Massenfertigung der Tablets zu beginnen, derzeit befände sich die Produktion noch in der Testphase.
Das Unternehmen, mit chinesischem Namen Zhong Xing Tongxun, ist schon seit 2001 in Brasilien aktiv. Im April 2011 hat es bei einem Staatsbesuch von Rousseff in China Pläne unterbreitet, die eigenen Tablet-PCs dort fertigen zu lassen. In der Gemeinde Hortolândia in Sao Paolo baut ZTE einen grossen Industriepark, der 2012 den Betrieb aufnehmen soll. Der Plan sieht vor, vor Ort nicht nur Tablets, sondern auch Handys beziehungsweise Smartphones zu produzieren.
Die Tablets sollen mit dem Google-Betriebssystem Android herauskommen und in erster Linie für den brasilianischen Markt bestimmt sein. Die achtgrösste Volkswirtschaft der Welt gewinnt dabei auch als Absatzmarkt immer mehr Bedeutung, weshalb Investitionsvorhaben dort wie in China nicht nur unter dem Aspekt der billigen Arbeitskräfte zu sehen sind. ZTE will insgesamt 250 Millionen Dollar in Brasilien investieren und bis 2014 dort über 2'500 Leute beschäftigen. Die geplante Investition soll laut der chinesischsprachigen 'China Daily' dazu beitragen, den Umsatz von ZTE in Brasilien in diesem Jahr von 600 Millionen auf über eine Milliarden Dollar zu steigern.
Das kommunistische Reich der Mitte wird vielen Hardware-Herstellern wegen steigender Löhne und galoppierender Inflation langsam zu teuer, weshalb sie wie der EMS-Riese und Apple-Parter Foxconn ihre Produktion weit ins chinesische Hinterland oder in günstigere Entwicklungs- und Schwellenländer verlagern. Brasilien lockt aber eben nicht nur wegen der günstigen Löhne, sondern eben auch als Riesenabsatzmarkt. Foxconn erwägt schon, einen Teil der Produktion der iPhones und iPads in das südamerikanische Land zu verlagern und dort bis zu 8,2 Milliarden Euro zu investieren.
Wie 'China Daily' Alessandro Teixeira von Brasiliens Handels- und Investment-Förderungsrat (APEX) zitiert, wird China in diesem Jahr rund 90 Milliarden Dollar in Brasilien investieren. 50 Prozent steuern der um 100 Prozent gewachsene Technologiesektor schon dazu bei, womit die jahrelangen Spitzenreiter Bergbau und Agrar schon abgelöst wurden. In dem Zehnjahreszeitraum zwischen 2001 und 2010 habe sich das Handelsvolumen zwischen China und Brasilien versechzehnfacht, allerdings beträfen 70 Prozent der Warenströme immer noch Dinge des täglichen Bedarfs, dabei sei seinem Land sehr daran gelegen, den High-Tech-Anteil zu erhöhen, so der APEX-Vize Teixeira. (Klaus Hauptfleisch)

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