Comcom: Swisscom verlangte zu viel für die Netz-Mitbenützung

12. Februar 2019, 09:49
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Swisscom habe in den Jahren 2013 bis 2016 für die Mitbenützung des Netzes von Mitbewerbern zu hohe Preise verlangt.

Swisscom habe in den Jahren 2013 bis 2016 für die Mitbenützung des Netzes von Mitbewerbern zu hohe Preise verlangt. Zu diesem Schluss kommt die Eidgenössische Kommunikationskommission (Comcom), die auf Ersuchen von Sunrise und Salt die Preise für regulierte Telekomdienste von Swisscom überprüft hat.
Geprüft wurden eine Reihe von Diensten wie etwa die Entbündelung der letzten Meile, also den letzten Leitungsabschnitt von der Telefonzentrale bis zum Hausanschluss.
Neue Berechnungsmethode
Dabei habe sich die Comcom bei der Berechnung dieser Preise nicht auf die realen Kosten, sondern auf die hypothetischen Kosten gestützt, schreibt die Kommission heute. Das sind Kosten, mit denen ein effizienter Anbieter rechnen müsse, wenn er heute ein neues Netz mit der neuesten verfügbaren Technologie erstellen würde. Erstmals habe man sich auf ein Kostenmodell abgestützt, das nicht mehr auf Kupfer-, sondern auf Glasfaserleitungen beruhe.
Für entbündelte Kupferanschlussleitungen hat die Comcom Preise berechnet, die zehn bis 25 Prozent unter jenen von Swisscom liegen.
Tiefer zweistelliger Millionenbetrag jährlich
Swisscom selbst prüft nun, ob man sich gegen den Comcom-Entscheid zur Wehr setzen und die strittigen Grundsatzfragen ans Bundesverwaltungsgericht weiterziehen soll, wie es in einer Mitteilung von Swisscom heisst.
Man habe derweil wegen der Risiken in den Verfahren bereits Rückstellungen für die Jahre 2013 bis 2016 gebildet. Es werde von finanziellen Auswirkungen in Höhe eines tiefen zweistelligen Millionenbetrags pro Jahr ausgegangen, präzisierte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur 'AWP'. Der finanzielle Ausblick der Gruppe für das laufende Jahr bleibe indes unverändert. (sda/kjo)

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