Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) wird unter dem neuen Chef, Dirk Lindemann, umgebaut, beziehungsweise transformiert. Dies sei nötig, um sich auf die grossen Veränderungen vorzubereiten, die auf das Amt und den Bund insgesamt zukommen, teilt das BIT mit.
BIT-intern will man sich verstärkt neuen Technologien und Betriebsmodellen widmen können und sich selbst durchgehend digitalisieren.
Hierzu gehört die verstärkte Auseinandersetzung mit Hybrid Cloud und die Verwendung von Cloud-Services, Microservices, Artificial Intelligence oder Blockchain.
Der erste Schritt dieser Transformation ist der Umbau der Geschäftsleitungsstruktur. Diese soll ab 1. September 2020 gelten und eine Verschlankung darstellen.
Welche Bereiche fallen denn nun weg? Auf Anfrage antwortet eine BIT-Sprecherin: "Es fallen keine Bereiche weg, da es sich um eine Transformation und um keine Reorganisation handelt. Mit diesem ersten Schritt, der Anpassung auf Stufe GL, wird die Grundlage für eine agile Struktur geschaffen. Die bestehenden Bereiche wurden vorerst 1:1 den neuen Geschäftsleitungsmitgliedern zugeteilt."
Die neuen Bereiche heissen Business Solutions, Platform Services, Management Services, Domestic Services sowie Strategy & Innovation.
Dabei werden neue Technologien im Bereich "Strategy & Innovation" angesiedelt. "Sobald diese für Kundenanwendungen verwendet werden, gehen sie über in den Bereich Business Solutions", präzisiert das BIT.
In den "Domestic Services" angesiedelt wird alles rund um die Arbeitsplatzgeräte der Bundesmitarbeitenden sowohl in Bundesräumlichkeiten als auch im Homeoffice. "Das heisst Arbeitsplatzgeräte, Drucker, Support, bis hin zur IT-Ausrüstung vor Ort in den Bundesgebäuden wie LAN, WLAN Access Points, Sitzungszimmerausrüstungen etcetera".
Innert weniger Monate in die GL befördert
Wer gehört personell zu den Gewinnern und Verlierern? Direktor bleibt Dirk Lindemann mit Markus Hänsli als Stellvertretendem Direktor. Des Weiteren ist Jakob Germann Leiter Domestic Services und Thorsten Fehlberg wird Leiter Business Solutions, beide waren schon GL-Mitglieder des BIT.
In der neuen GL ebenfalls dabei ist als "Newcomer" Andreas Lautenschlager. "Er hat seit Mai dieses Jahres im BIT die Transformation vorangetrieben und übernimmt nun die Management Services", so die Sprecherin.
Lautenschlager war zuvor bei Netcetera, IBM, Siemens IT und zuletzt als Executive Director Marketing & Sales bei Adnovum. Er wechselte erst im Mai in der Rolle des "Program Manager Transformation" zum BIT, wie dem Linkedin-Profil zu entnehmen ist.
Gleichzeitig kündigt das BIT an, in jeder Hinsicht agiler arbeiten zu wollen. Zum einen werde man Agile im Amt verankern und zum andern die "klassischen Unternehmensbereiche einbinden".
Als Basis dazu will das BIT das Scaled Agile Framework (SAFe) nutzen. SAFe hat insbesondere bei Grossunternehmen eine gewisse Akzeptanz oder gar Beliebtheit gewonnen, da es relativ breit interpretierbar ist.
"Transformation wird eine grosse Kulturveränderung mit sich bringen"
Die Transformation sei ein längerer Prozess, heisst es seitens des BIT und die neue GL sei der erste Schritt. Wie geht es also weiter? "In weiteren Schritten werden nun die Value Streams definiert und die Hauptabteilungen ausgestaltet. Es ist bereits heute klar, dass zukünftig das Augenmerk noch verstärkt auf die Unterstützung der Digitalisierung unserer Kunden, Innovation sowie die eigene Digitalisierung gerichtet werden soll."
Die Value Streams sollen bis Ende 2020 definiert und die zugehörigen Business Owner klar sein. "Wir streben an, dass in 2 bis 3 Jahren die Mitarbeitenden in ihren neuen Rollen tätig sein werden. Nicht alle Mitarbeitenden werden jedoch neue Rollen wahrnehmen. Diese Transformation wird eine grosse Kulturveränderung mit sich bringen, wobei Veränderungen Teil unserer Kultur werden und somit laufend Anpassungen in unserer Struktur stattfinden werden", präzisiert die BIT-Sprecherin.
Die "Reorg" und die Wahl von Technologie-Themen wie Blockchain kommt nicht unerwartet, diese Absicht hatte Lindemann
letzten November nach seiner Wahl zum BIT-Chef schon geäussert.