Debatte um Opt-Out-Option beim Stimmabdruck

3. April 2019 um 13:27
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Swisscom führte bereits 2016 ein neues Verfahren zur Identifikation der Kunden im Call Center ein.

Swisscom führte bereits 2016 ein neues Verfahren zur Identifikation der Kunden im Call Center ein. Dabei wird ein Stimmabdruck des Anrufers erstellt, um diesen zu verifizieren. Falls Kunden dies nicht wünschen, können sie dies dem Agenten mitteilen und es wird kein Stimmabdruck gemacht. Nach rund drei Jahren zieht Swisscom eine positive Bilanz. Nur acht Prozent der Kunden würden sich für ein Opt-Out entscheiden, sagte Melanie Schefer Bräker, Head of Customer Care Swisscom, kürzlich an einer Konferenz.
Ein Opt-Out-Verfahren anzubieten, reiche in der Schweiz aus, auch wenn sich dies mit der Revision des Datenschutzgesetzes ändern könnte. "Im Europäischen Wirtschaftsraum müssen Unternehmen heute eine ausdrückliche Einwilligung für die Stimmerkennung einholen. Mit der Revision des Datenschutzgesetzes könnte dies auch in der Schweiz Pflicht werden, sagt Anwalt Martin Steiger zur 'Handelszeitung'.
Der Eidgenössische Datenschützer fordert bei der Stimmerkennung ein Opt-In-Verfahren, also die ausdrückliche Zustimmung eines Konsumenten. Beim Stimmabdruck würde es sich um biometrische Daten handeln, findet Hugo Wyler, Leiter Kommunikation des Datenschützers. Diese würden besonderen Schutz geniessen, wie er der 'Handelszeitung' sagt.
Postfinance führte Ende 2018 das Verfahren mit dem Stimmabdruck zur Identifizierung der Kunden ein. Dort setzte man laut Bericht der 'Handelszeitung' zunächst auf ein Opt-In-Verfahren. Da die grosse Mehrheit der Kunden damit einverstanden gewesen sei, habe das Finanzinstitut nun auf Opt-Out gewechselt. Auch Swisscom teilt auf Anfrage von inside-it.ch mit, dass man gute Erfahrungen mache. Es würde sich nur ein kleiner Teil der Kunden fürs Opt-Out entscheiden und man plane deshalb nicht, das Einwilligungsverfahren zu ändern. (kjo)

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