EU will Finanzierung von neuen Chip­fabriken erleichtern

19. November 2021 um 10:07
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Um die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren, will die Union Finanzierungs­lücken schliessen. Einen Subventions-Wettlauf will die EU aber verhindern.

Die Europäische Union will angesichts der anhaltenden Halbleiter-Knappheit die Finanzierung neuer Chipfabriken erleichtern. Die EU-Kommission könnte dazu staatliche Hilfen für den Bau von modernen Anlagen genehmigen, mit denen Finanzierungslücken gefüllt werden könnten, sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.
Voraussetzung sei, dass es sich um ein europäisches Projekt handle und ein Subventions-Wettlauf innerhalb der Union und darüber hinaus verhindert werden solle. Die Beihilfen müssten strengen Massnahmen unterliegen, hiesst es in einer Mitteilung, sodass Wettbewerbsverzerrungen auf ein "Mindestmass beschränkt" würden. Finanzhilfen sollen ohne Diskriminierung auf die gesamte europäische Wirtschaft verteilt werden.
Die USA haben im vergangenen Jahr ein Programm auf den Weg gebracht, mit dem die heimische Chip-Branche für den Wettbewerb mit China gestärkt werden soll.
Die EU hat ihr Chip-Programm für 2022 angekündigt. Derzeit ist man auf Importe aus Asien angewiesen. Ziel der Union ist, den Anteil Europas am Weltmarkt in den kommenden zehn Jahren auf 20% zu verdoppeln.  Eine stabile und sichere Versorgung der europäischen Industrie mit Halbleitern sei eine Voraussetzung für die Verwirklichung der Ziele des digitalen Jahrzehnts und der "2030-Ziele", wie sie vom Europäischen Rat gebilligt wurden, hiess es in einer Mitteilung.
Weltweit leidet derzeit insbesondere die Autobranche massiv unter der Halbleiterknappheit. Allerdings sind nach Einschätzung vieler Experten vor allem einfachere Chips knapp, während an Hochleistungschips kein Mangel herrscht.
US-Chiphersteller Intel hat in Aussicht gestellt, in den kommenden zehn Jahren bis zu 80 Milliarden Euro in Europa zu investieren. Deutschland und Frankreich gelten als möglicher Standort für Chipfabriken. Auch der Chiphersteller TSMC aus Taiwan prüft aktuell den Bau einer Fabrik in Deutschland. 
Einer Studie der Beratungsfirma Kearney zufolge könnte eine Mega-Chipfabrik in Europa binnen zehn Jahren zwischen 77 und 75 Milliarden Euro zur Wirtschaftsleistung beitragen – das ist mehr als zweimal so viel Geld, wie für ihren Bau benötigt wird.

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