Europäischer Gerichtshof beschäftigt sich mit Gebrauchtsoftware

7. März 2012 um 16:28
  • oracle
  • gerichtsurteil
image

Zurzeit wird vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg darüber verhandelt, ob das Geschäft mit "gebrauchten" Softwarelizenzen auch dann rechtmässig ist, wenn die Verbreitung der Software über das Internet erfolgt.

Zurzeit wird vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg darüber verhandelt, ob das Geschäft mit "gebrauchten" Softwarelizenzen auch dann rechtmässig ist, wenn die Verbreitung der Software über das Internet erfolgt. Mit Gebrauchtsoftware sind Lizenzen gemeint, die zum Beispiel nach einem Firmenkonkurs weiterverkauft werden. Softwarehersteller wie Adobe, Microsoft oder Oracle sind grundsätzlich gegen einen solchen Handel.
Im konkreten Fall streiten sich der deutsch-schweizerische Lizenzhändler Usedsoft und der US-Software-Riese Oracle: In der mündlichen Verhandlung habe Oracle gestern zugegeben, dass die Unterscheidung zwischen "körperlicher" und Online-Übertragung unerheblich sei, schreibt Usedsoft in einer Mitteilung. Es bestehe kein Unterschied, ob die Software per Datenträger oder über das Internet vertrieben werde; beide Wege führten zum selben Ergebnis, gab die Oracle-Anwältin zu.
Die Parteien erhoffen sich von diesem Verfahren vor allem eins: Rechtssicherheit. In den letzten Jahren sorgte der Handel mit Gebrauchtsoftware für viele Streitigkeiten vor diversen Gerichten.
Es wird erwartet, dass der Europäische Gerichtshof noch dieses Jahr einen Entscheid fällen wird. (mim)

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Meta zahlt Milliarden-Busse wegen Suchtpotenzial

Der Facebook-Mutterkonzern hat sich aussergerichtlich mit mehreren US-Bundesstaaten geeinigt. Wegen des Suchtpotenzials von Facebook zahlt Meta eine Milliarden-Busse.

publiziert am 26.8.2026 1
image

OpenAI verliert im EU-Markenstreit

Die Wortmarke "OpenAI" kann in der Europäischen Union nicht rechtlich geschützt werden. Sie suggeriere, dass Produkte auf frei zugänglicher Künstlicher Intelligenz basieren.

publiziert am 15.7.2026
image

Geheimdienst muss Einblick in Software zur Gesichtserkennung geben

Der Verein Digitale Gesellschaft erhält Zugang zu Teilen einer Analyse des Nachrichtendienstes zur Gesichtserkennung.

publiziert am 23.4.2026
image

Bundesgericht lehnt Aufhebung der E-ID-Abstimmung ab

Die E-ID kann wie geplant eingeführt werden. Sechs Beschwerden gegen das Ergebnis der Abstimmung im September 2025 wies das Bundesgericht ab.

publiziert am 21.4.2026