Ex-Bundesratskandidat wechselt zu IT-Firma

3. Mai 2021, 14:35
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Pierre Maudet, in Genf nicht mehr gewählt, ist neu Chief Digital Transformation Officer von Wisekey. Sein Arbeitgeber schreibt rote Zahlen.

Pierre Maudet, wurde nach vielen negativen Meldungen am 28. März 2021 nicht gewählt, nachdem er kurz zuvor auch gerichtlich verurteilt worden war.
Nun kündigt Wisekey an, Maudet sei neu Chief Digital Transformation Officer des börsenkotierten Schweizer Security- und IoT-Anbieters. Er solle sich auf "den Ausbau der Aktivitäten des Unternehmens in Fragen der künstlichen Intelligenz und der digitalen Transformation konzentrieren, mit dem Ziel, dessen Position als führendes Unternehmen in der KI durch Knowledge Automation zu stärken", heisst es zur Ernennung.
Der 43-jährige Jurist, Ex-Berater und Politiker, werde dank seiner "langjährigen Erfahrung in der digitalen Transformation für Wisekey eine sehr wertvolle Bereicherung sein, da wir unsere Bemühungen in diesem Bereich weiter beschleunigen", lässt sich Carlos Moreira, Gründer und CEO von Wisekey, zitieren. Er sei als Genfer Regierungsrat für Sicherheit, Energie, digitale Technologien und Wirtschaft zuständig gewesen, heisst es weiter.
Maudet, der 2017 bei der FDP als Bundesrat kandidierte, aber von Ignazio Cassis geschlagen wurde, war auch Stadtpräsident von Genf und Vorsteher des Sicherheits- und Wirtschaftsdepartements. 2020 wurde er aus der FDP ausgeschlossen, Ende Oktober 2020 gab er seine Demission bekannt, nachdem seine Amtskollegen ihm seine letzten verbliebenen Kompetenzen entzogen hatten. Im Februar 2021 wurde er wegen Vorteilsannahme zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Tief rote Zahlen bei Wisekey

Die Ernennung kommt kurz nach der Bekanntgabe von roten Zahlen von Wisekey. Das Unternehmen hat 2020 einen Betriebsverlust von 18,5 Millionen Dollar erlitten und musste einen Verlust von 28,7 Millionen verbuchen.
Der Umsatz lag mit 14,8 Millionen deutlich unter dem zuletzt im Herbst genannten Ziel von 17 bis 18,5 Millionen Dollar. Wisekey begründet dies mit der Corona-Krise, die die Lieferketten weltweit unterbrochen habe sowie mit den Spannungen zwischen den USA und China.
Das Unternehmen habe seine Verwaltungskosten im Berichtsjahr um 32% senken können und das Jahr mit einer "starken Cash-Position beendet", so Moreira in der Mitteilung, in welcher er auch von einem "transformativen Jahr" spricht.
2021 sei bisher sehr stark verlaufen, wird Moreira weiter zitiert. Er erwarte, dass Wisekey gut positioniert sei und erwarte mehr Umsatz und bessere Margen.
Dem Aktienkurs von Wisekey halfen weder die Geschäftszahlen, noch die Erwartungen oder Maudets Ernennung wesentlich.

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