Exklusiv: Comdat übernimmt Smartec

14. Januar 2020 um 12:26
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Das Druckergeschäft wird zusammengelegt. Es entsteht einer der grössten Dienstleister für Output Management in der Schweiz.

Im Rahmen einer Nachfolgeregelung hat am 8. Januar 2020 die Comdat Gruppe den Xerox-Spezialisten Smartec übernommen. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Wie Sergio Kaufmann, Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer der Comdat Gruppe, in einem Brief an seine Geschäftspartner, Freunde und Kollegen schreibt, werde das Druckergeschäft der beiden Unternehmen zusammengelegt. Mit diesem Business werde man unter dem Namen Smartec auf dem Markt auftreten und sich als Kompetenzzentrum für Managed Printing, Document Management und IT-Infrastruktur-Lösungen positionieren. 
Comdat hingegen werde sich nach dieser Übernahme wieder auf das IT-Geschäft konzentrieren und das Angebot an Infrastruktur-Lösungen ausbauen.

Geteilte Führung

Kaufmann werde sich die Geschäftsleitung des Druckergeschäfts mit dem bisherigen Comdat-COO Ramon Howald teilen, wobei Kaufmann sich vor allem um die Strategie kümmere, die Howald operativ umsetzen werde, wie er schreibt.
An Standorten in Schlieren, Winterthur, Rotkreuz, Reinach, St. Gallen und Neuenhof werde Smartec rund 80 Mitarbeitende beschäftigen. Laut Kaufmann ist damit Europas grösster Xerox-Konzessionär mit eigener Serviceorganisation (Xerox ASP) entstanden, der einen jährlichen Umsatz von über 50 Millionen Franken erziele.

Schrumpfender Markt

Jürg Keller, bisher Inhaber der Smartec Gruppe, ziehe sich aus dem operativen Geschäft zurück, bleibe aber als Verwaltungsrat dem Unternehmen erhalten. Auch Kaspar Tappolet, langjähriger Xerox-Manager und zuletzt Interimschef bei Smartec, bleibe für Spezialprojekte an Bord. Abgesehen davon wird das bestehende Management unter der neuen Führung weiterarbeiten, so der Comdat-Chef.
Auf Anfrage von inside-channels.ch erklärt Kaufmann, dass die Comdat Gruppe neben dem Bereich Printing etwa 25 Mitarbeitende im Bereich IT-Infrastruktur beschäftigen wird, die einen Umsatz von zirka 8 Millionen Franken erwirtschaften werden.
Nach der Übernahme gewinne das Printing-Business in der Comdat Gruppe "im Moment natürlich an Gewicht", führt Kaufmann aus. Aber das Infrastruktur-Geschäft werde "selbstverständlich ebenfalls weiter vorangetrieben".
Weiter bestätigt Kaufmann, dass der Printing-Markt seit Jahren schrumpfe und eine Konsolidierung stattfinde. Mit dem Ausbau der Marktposition, also der Anzahl "Machines in Field" (MIF), werde man dagegenhalten, unterstreicht er und fügt an, dass die Serviceabdeckung weiter ausgebaut werde: "Mit der Übernahme von Smartec verfügen wir über eine hervorragende Serviceorganisation."

Weitere Zukäufe geplant

Auf die Zukunft der Comdat Gruppe angesprochen, betont Kaufmann, dass er wachsen will und Comdat "auch in Zukunft Akquisitionen tätigen" werde. Dabei erinnert er an den kontinuierlichen Ausbau des Drucker- respektive Xerox-Business'. So habe man im Januar 2010 Service One in Wallisellen übernommen, im Januar 2014 dann Outserv in Reinach, im Juli des gleichen Jahres die Zürcher Firma Xeroprint und Anfang 2017 Printing Concept. Es sind alles Xerox-Konzessionäre, die Comdat zum zweitgrössten Player im Markt gemacht haben. Mit dem Zukauf von Smartec als bisherige Nummer eins sei man nun der grösste Schweizer Xerox-Spezialist, wie Kaufmann herausstreicht.
Er verweist darauf, dass Xerox auch nach der drei Jahre zurückliegenden Aufspaltung des Konzerns "der innovativste Hersteller von Druckern und Multifunktionsgeräten im Office- und Professional-Bereich" sei und die Produkte "sehr zuverlässig" seien.
Nach dem Zukauf schaut der Chef der Comdat Gruppe gelassen in die Zukunft. Auch wenn generell der Einfluss von Multis wie Ricoh, NTT, Bechtle, Computacenter, Atos oder Axians wächst, sieht er "Comdat und Smartec in den Bereichen IT-Infrastruktur und Printing hervorragend aufgestellt". In beiden Bereichen, so Kaufmann, "können wir uns gegen die multinationale Konkurrenz gut behaupten".

Save the Date: 

Sergio Kaufmann wird am Inside Channels Forum (5. Mai 2020 in Aarau) über seine Wachtumsstrategie sprechen. 

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