Facebook: "Ich bin auch ein Skype"

16. September 2009, 13:48
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BloggingToms Woche im Cyberspace LXXXXI

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Imposantes hat das Social-Network Facebook zu berichten. Mehr als 300 Millionen aktive User zählt das Portal inzwischen, wovon sich 50 Prozent jeden Tag einloggen und dabei zusammen 6 Milliarden Minuten täglich auf Facebook verbringen. Jeden Monat werden 2 Milliarden Fotos und 14 Millionen Videos heraufgeladen und 3 Millionen Events kreiert. Dazu kommen 350'000 aktive Applikationen, wovon 250 davon mehr als eine Million aktive User monatlich ausweisen. Interessant auch, dass mehr als 65 Millionen Nutzer Facebook via einem mobilen Gerät besuchen und dabei rund 50 Prozent aktiver sind als Nutzer, welche das Netzwerk auf normalen Weg, also via PC, besuchen. Da wundert es doch eigentlich immer weniger, dass von Facebook-Sucht die Rede ist. Ob das allerdings nur Schweizer betrifft, wie uns etwa die Nachrichtenagentur AFP und der Focus weismachen wollen, ist wohl zu bezweifeln.
Die Facebook-Sucht könnte sich in absehbarer Zeit allerdings nochmals markant ausweiten. Schon bald soll man auf dem Social-Network nämlich nicht mehr nur Textnachrichten, Videos oder Photos austauschen, nein, jetzt kommt das Telefonieren via Facebook. Das US-Unternehmen Vivox hat angekündigt, eine entsprechende "Facebook-App" zu entwickeln, die sich bereits in einer geschlossenen Beta-Phase befinde. Mit der Software sollen sowohl Zweier-Konversationen, aber auch Telefonkonferenzen mit mehreren Personen möglich sein. Die Gespräche sollen zudem nicht auf Facebook-Mitglieder begrenzt sein. Auch mit "Nicht-Facebookern" soll die Kommunikation via VoIP möglich sein. Vivox will dazu sogar kostenlose Einwahlnummern anbieten.
Ganz neu ist die Idee natürlich nicht. Auch Konkurrent Skype hat eine App für Facebook geschaffen, allerdings ist diese bis heute nicht wirklich weit verbreitet. Vivox will da einen Schritt weitergehen und erhofft sich von einer engeren Verzahnung mit Facebook die entsprechenden Pluspunkte bei den Usern. Zwar muss, wie bei Skype, auch für Vivox ein Plugin herunterladen werden. Danach aber soll Vivox "nahtlos" in Facebook integriert sein. Zudem dürfte die geplante API für Entwickler zu einer schnellen Verbreitung unter den Nutzern beitragen. Damit können etwa Anwendungsentwickler den "Facebook-Chat" etwa in ihre Angebote integrieren und es damit zum Beispiel ermöglichen, Freunden via Kurztelefonat ein Angebot zu empfehlen.
Bleibt also die Frage, wann etwa die Bundesverwaltung ihr Facebook-Verbot wieder abschafft und damit von den tiefen VoIP-Gesprächskosten profitiert. Wie sagte doch schon Chris Hughes, einer der Mitbegründer von Facebook, auf die Frage, was er von der Facebook-Sperre für Bundesbeamte hält? "Das ist verrückt. Will man ihnen auch die Telefone wegnehmen? Facebook dient dazu, mit Leuten zu kommunzieren - auch am Arbeitsplatz."
Zum Schluss, wie immer, der Schnelldurchlauf: Der Marshmallow-Test)

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